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Tierschutz unter Druck: Rettungen, Ermittlungen und finanzielle Sorgen bedrohen Tiere

KI-generiert
31.07.2026 177 mal gelesen 3 Kommentare

Pressespiegel: Tierschutzfälle und wachsende Herausforderungen

Zwei Hunde aus überhitztem Auto in Passau befreit

Polizeibeamte haben nach Angaben von STERN.de zwei Hunde aus einem überhitzten Auto auf einer Rastanlage in Passau gerettet. Die Tiere seien am Mittwochnachmittag aufgefallen und bereits gesundheitlich angeschlagen gewesen.

Die Polizisten schlugen die Seitenscheibe des Wagens ein, versorgten die Hunde mit Wasser und übergaben sie anschließend einem Tierheim. Gegen die 25 und 43 Jahre alten Hundehalter wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.

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Die Polizei warnte eindringlich davor, Kinder und Hunde auch nur kurzzeitig in abgestellten Fahrzeugen zu lassen. Bei höheren Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung könnten bereits nach wenigen Minuten Werte von mehr als 40 Grad im Innenraum erreicht werden.

Infobox: Zwei Hunde wurden in Passau aus einem überhitzten Auto befreit, mit Wasser versorgt und einem Tierheim übergeben. Gegen die Hundehalter wird ermittelt.

Tierheim Gardelegen stellt Kastrationsgutscheine ein

Das Tierheim Gardelegen schlägt angesichts steigender Kosten und einer wachsenden Zahl von Tieren Alarm, berichtet die Volksstimme. Ab August werden demnach keine Kastrationsgutscheine mehr ausgegeben.

Bereits ausgegebene Gutscheine können laut dem Bericht ebenfalls nicht mehr eingelöst werden. Für Tierheimleiterin Sarah Gränert von Ahnen ist diese Entscheidung ein Zeichen für die insgesamt angespannte finanzielle Lage der Einrichtung.

„Geld war im Tierheim schon immer Mangelware. Aber wir müssen langsam agieren, sonst sieht es düster aus“,

wird die Tierheimleiterin von der Volksstimme zitiert. Ohne zusätzliche Unterstützung drohe langfristig sogar die Schließung des Tierheims.

Infobox: Ab August gibt das Tierheim Gardelegen keine Kastrationsgutscheine mehr aus. Die Einrichtung sieht sich wegen steigender Kosten und einer zunehmenden Zahl von Tieren langfristig in ihrer Existenz bedroht.

Hessische Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin geht in den Ruhestand

Madeleine Martin verlässt nach 34 Jahren ihr Amt als hessische Landestierschutzbeauftragte, berichtet die Frankfurter Rundschau. Zum 1. August geht sie in den Ruhestand.

Während ihrer Amtszeit setzte sie sich unter anderem für die Kastration von Freigängerkatzen, ein Verbot der Anbindehaltung von Pferden und Gutachten für Gerichtsverfahren im Sinne des Tierschutzes ein. Ein besonderes Anliegen war außerdem die enge Zusammenarbeit zwischen Veterinärverwaltung, Polizei, Staatsanwaltschaften und Justiz.

„Gesetze allein schützen keine Tiere – entscheidend ist ihre konsequente Anwendung.“

Martin sieht laut Frankfurter Rundschau weiterhin erheblichen Handlungsbedarf bei Tierschutzverfahren. Fachkompetenz und Sensibilität seien bei Gerichtsverfahren zwar stärker ausgeprägt als noch vor 30 Jahren, dennoch fehle es bei Juristinnen und Juristen an Gerichten teilweise an Fachwissen. Dadurch würden gleiche Tatbestände unterschiedlich bewertet; Gutachten seien deshalb essenziell.

Besonders kritisch bewertet Martin die Haltung von Nutztieren. Im Jahresbericht 2025 der Landestierschutzbeauftragten heißt es, dass 98 Prozent der Schweine in Deutschland trotz eines EU-Verbotes die Schwänze kupiert würden.

ThemaAngabe aus der Quelle
Amtszeit34 Jahre
RuhestandZum 1. August
Schweine mit kupierten Schwänzen98 Prozent
Mobile Schlachteinheiten in Hessen34

Als Alternativen zum Kupieren nennt der Bericht artgemäßes Futter, eine ausreichende Wasserversorgung, ein gutes Stallklima und genügend Beschäftigung. Für eine Schweinehaltung mit Langschwanz seien jedoch gezielte Fördermaßnahmen erforderlich.

Martin unterstützte außerdem die teilmobile Schlachtung und ein Pilotprojekt zum Kugelschuss bei saisonaler Weidehaltung im Landkreis Gießen. Hofnahe Schlachtungen könnten den Tieren belastende Transporte ersparen; kritische Zwischenfälle seien beim Kugelschuss und bei der hofnahen Schlachtung deutlich seltener als im Schlachthof.

Für ihre Nachfolge wünscht sich Martin hohe fachliche Kompetenz, persönliche Unabhängigkeit und großes Engagement für die Tiere. Missstände müssten offen angesprochen werden, auch gegen Widerstände.

Infobox: Madeleine Martin geht nach 34 Jahren als hessische Landestierschutzbeauftragte zum 1. August in den Ruhestand. Ihr Jahresbericht nennt 98 Prozent der Schweine in Deutschland mit kupierten Schwänzen trotz eines EU-Verbotes.

Ermittlungen nach Einsatz auf Schafweide im Unterallgäu

Im Unterallgäu rückten Polizei und Veterinäramt nach einem Hinweis von Tierschützern auf eine Schafweide aus, berichtet die Augsburger Allgemeine. Ein krankes Schaf wurde noch vor Ort getötet und anschließend untersucht.

Der Tierschützer Philipp Hörmann, der maßgeblich den Tierskandal in Bad Grönenbach aufgedeckt hatte, hatte den Einsatz vermeldet. Die Ursache für den Zustand des Tieres ist laut Bericht Gegenstand der Untersuchung.

Infobox: Polizei und Unterallgäuer Veterinäramt waren wegen eines kranken Schafs im Einsatz. Das Tier wurde vor Ort getötet und der Fall wird untersucht.

Strafanzeige nach Tod eines Mutterschafs

In einem weiteren Bericht schildert die Augsburger Allgemeine den Fall eines Mutterschafs mit einer auffälligen Schwellung zwischen den Hinterbeinen. Tierschützer vom „Team Hörmann“ hatten das Veterinäramt alarmiert, woraufhin das Tier wegen seines offenbar sehr schlechten Zustands noch vor Ort getötet wurde.

Nach Angaben der Zeitung veröffentlichten die Tierschützer Fotos, auf denen ein praller, euterähnlicher Ballon zu sehen sei, der bis zum Boden reiche. Die Ursache dafür werde aktuell untersucht.

Die Tierschützer erstatteten Strafanzeige. Außerdem wurde bekannt, dass das Unterallgäuer Veterinäramt nicht zum ersten Mal bei dem Schafhalter vor Ort gewesen sei.

Infobox: Nach dem Tod eines schwer erkrankten Mutterschafs haben Tierschützer Strafanzeige gestellt. Die Ursache der auffälligen Schwellung und die Vorgeschichte des Falls werden untersucht.

Kommentar der Frankfurter Rundschau: Tierschutz darf nicht nachlassen

In einem Kommentar fordert die Frankfurter Rundschau, den Tierschutz in Hessen nicht ins Hintertreffen geraten zu lassen. Anlass ist der Ruhestand der Landestierschutzbeauftragten Madeleine Martin und die notwendige Neubesetzung der Stelle.

Als besonders brisant bewertet der Kommentar, dass das Kupieren von Schweineschwänzen trotz eines EU-Verbotes weiterhin beinahe flächendeckend praktiziert werde. Die Zeitung verweist dabei auf die Darstellung, wonach Ferkeln die Schwänze mit einem heißen Brenneisen und ohne Betäubung kupiert würden.

Nach Einschätzung der Frankfurter Rundschau kann artgerechte Tierhaltung dazu beitragen, Stress und Schwanzbeißen bei Schweinen zu vermeiden. Dafür brauche es jedoch politischen Willen und entsprechende Fördermittel.

„Tiere haben keine starke Lobby. Sie darf nicht zusätzlich geschwächt werden.“

Die Zeitung appelliert an das Land, die Stelle der Tierschutzbeauftragten tatsächlich nachzubesetzen. Die Nachfolge müsse ebenso engagiert sein und bestehende Missstände klar benennen.

Infobox: Die Frankfurter Rundschau fordert eine schnelle und engagierte Neubesetzung der hessischen Stelle. Der Kommentar stellt die weiterhin verbreitete Praxis des Schwanzkupierens bei Schweinen trotz eines EU-Verbotes in den Mittelpunkt.

Quellen:

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Mich beschäftigt an dem Artikel vor allem, wie viele Probleme hier gleichzeitig sichtbar werden und wie wenig davon wirklich neu ist. Die Hunde im überhitzten Auto sind natürlich ein klarer Fall: Bei solchen Temperaturen reicht „nur kurz“ eben überhaupt nicht. Gut, dass die Polizei schnell gehandelt hat. Trotzdem frage ich mich, warum manche Menschen das Risiko immer noch unterschätzen, obwohl seit Jahren bekannt ist, wie schnell sich ein Auto aufheizt.

Noch bedrückender finde ich die finanzielle Lage des Tierheims in Gardelegen. Wenn schon Kastrationsgutscheine nicht mehr eingelöst werden können, trifft das am Ende nicht nur die Einrichtung, sondern auch viele Tiere und Halter, die sich die Behandlung sonst vielleicht nicht leisten können. Gerade Kastration ist ja ein wichtiger Bestandteil, um weiteres Tierleid durch ungewollten Nachwuchs zu verhindern. Tierheime werden oft als selbstverständlich angesehen, obwohl sie Aufgaben übernehmen, die eigentlich stärker von Kommunen und Politik unterstützt werden müssten. Spenden allein können doch keine dauerhafte Lösung sein.

Der Ruhestand von Madeleine Martin ist in diesem Zusammenhang ein großer Verlust, auch wenn 34 Jahre im Amt natürlich ein beeindruckender Einsatz sind. Ihr Satz, dass Gesetze allein keine Tiere schützen, sondern erst ihre konsequente Anwendung, bringt es ziemlich genau auf den Punkt. Es gibt offenbar nicht unbedingt zu wenige Regeln, sondern zu wenig Kontrolle, Fachwissen und Konsequenz. Wenn gleiche Fälle vor Gericht unterschiedlich bewertet werden, ist das für Tierhalter, Behörden und vor allem für die Tiere ein echtes Problem. Die Stelle muss deshalb schnell und unabhängig nachbesetzt werden, nicht bloß pro forma.

Die Zahl mit den 98 Prozent kupierten Schweineschwänzen ist wirklich schwer zu verdauen. Ein EU-Verbot, das in der Praxis fast flächendeckend ignoriert wird, ist eigentlich kein Verbot mehr, sondern nur noch Papier. Natürlich sind bessere Haltungsbedingungen aufwendiger und vermutlich teurer, aber genau deshalb braucht es klare Vorgaben und Förderungen. Es kann nicht sein, dass das System so organisiert ist, dass der einfachste Weg weiterhin zulasten der Tiere geht. Genügend Platz, Beschäftigung, Wasser und ein gutes Stallklima sollten keine Luxusbedingungen sein.

Auch die Fälle im Unterallgäu zeigen, wie wichtig Hinweise von Tierschützern sein können. Gleichzeitig sollte man mit endgültigen Schuldzuweisungen vorsichtig sein, solange die Untersuchungen laufen. Dass das Veterinäramt offenbar schon früher bei dem Halter war, muss aber natürlich gründlich aufgearbeitet werden. Wenn wiederholt Tiere in einem schlechten Zustand auffallen, darf man nicht jedes Mal nur den einzelnen Vorfall betrachten. Dann muss man sich auch fragen, ob Kontrollen ausreichend waren und ob frühere Maßnahmen überhaupt etwas bewirkt haben.

Bei dem Mutterschaf ist die Beschreibung der Schwellung besonders erschütternd. Ein Tier, das so krank ist, dass es vor Ort getötet werden muss, darf nicht erst dann Aufmerksamkeit bekommen, wenn Tierschützer mit Fotos und Strafanzeige an die Öffentlichkeit gehen. Andererseits ist es gut, dass solche Fälle dokumentiert und untersucht werden, denn ohne Beweise bleibt vieles leider unsichtbar. Hoffentlich wird diesmal nicht nur die konkrete Ursache festgestellt, sondern auch die gesamte Vorgeschichte ernsthaft geprüft.

Was mir insgesamt fehlt, ist ein stärkeres Bewusstsein dafür, dass Tierschutz keine nette Zusatzaufgabe für besonders engagierte Menschen ist. Er gehört zur öffentlichen Verantwortung. Tierheime brauchen verlässliche Finanzierung, Behörden genug Personal und Sachkunde, und Gerichte müssen Verstöße nachvollziehbar und einheitlich bewerten. Sonst hängt zu viel vom Zufall ab: vom zufälligen Hinweis eines Passanten, vom zufälligen Einsatz einer engagierten Beauftragten oder vom zufälligen Vorbeikommen eines Tierschützers.

Der Artikel zeigt deshalb leider ziemlich deutlich, dass Tierschutz nicht nachlassen darf. Die Nachfolge in Hessen sollte fachlich stark, unabhängig und tatsächlich unbequem sein dürfen. Und politisch sollte man sich nicht nur zu mehr Tierwohl bekennen, sondern auch das Geld und die Strukturen dafür bereitstellen. Alles andere bleibt am Ende nur ein schönes Versprechen.
Was mir noch fehlt, ist die Frage, warum Fördermittel für tiergerechte Haltung offenbar immer erst diskutiert werden, wenn das Leid längst sichtbar ist – vorbeugende Unterstützung wäre doch für Tiere und Landwirte sinnvoller.
Was mir in den bisherigen Kommentaren noch fehlt, ist die Frage, wie viel Verantwortung eigentlich bei den Tierhaltern selbst liegt und wo staatliche Strukturen anfangen müssen. Beim überhitzten Auto ist der Fall ziemlich eindeutig, aber bei den anderen Berichten wird schnell über Behörden, Gerichte und Politik gesprochen. Das ist natürlich berechtigt, trotzdem darf man nicht vergessen, dass Tierhaltung immer zuerst eine persönliche Verpflichtung ist. Wer Tiere hält, muss sich auch um ihre Gesundheit kümmern und darf nicht erst reagieren, wenn das Veterinäramt oder Tierschützer vor der Tür stehen.

Gerade bei Nutztieren scheint sich aber ein problematischer Gewöhnungseffekt entwickelt zu haben. Wenn 98 Prozent der Schweine kupierte Schwänze haben, wird eine eigentlich verbotene Praxis irgendwann als normal wahrgenommen. Dann heißt es vermutlich, anders gehe es unter den gegebenen Bedingungen nicht. Genau dieser Satz sollte doch ein Warnsignal sein. Wenn ein System nur funktioniert, weil man den Tieren vorsorglich Körperteile entfernt, muss man das System ändern und nicht die Tiere anpassen.

Interessant finde ich auch den Hinweis auf die 34 mobilen Schlachteinheiten in Hessen. Darüber wird vergleichsweise wenig gesprochen, obwohl darin zumindest ein konkreter Ansatz steckt, wie Tierleid reduziert werden kann. Lange Transporte, fremde Umgebungen und der Umgang mit gestressten Tieren sind ja nicht einfach unvermeidbare Naturgesetze. Wenn hofnahe Schlachtungen wirklich weniger kritische Zwischenfälle verursachen, sollte man viel stärker prüfen, warum solche Lösungen nicht längst weiter verbreitet sind. Natürlich müssen Hygiene, Fachpersonal und Kontrolle gewährleistet sein, aber das kann kein Argument sein, alles beim Alten zu lassen.

Bei den Fällen im Unterallgäu beschäftigt mich außerdem, wie schwierig es offenbar ist, zwischen notwendigem Einschreiten und einer öffentlichen Vorverurteilung zu unterscheiden. Die Fotos und Hinweise der Tierschützer können wichtig sein, gerade wenn ein Tier in einem offensichtlich schlechten Zustand ist. Gleichzeitig sollte die Untersuchung abwarten, was genau passiert ist und ob eine Erkrankung, falsche Haltung oder unterlassene Behandlung die Ursache war. Entscheidend ist am Ende nicht nur, jemanden schuldig aussehen zu lassen, sondern den Ablauf lückenlos zu klären. Sonst bleibt bei den nächsten Fällen wieder nur Empörung zurück, ohne dass sich an den Zuständigkeiten etwas ändert.

Dass das Veterinäramt bei dem Schafhalter offenbar schon früher war, ist allerdings ein Punkt, der nicht einfach untergehen darf. Kontrollen sind ja nicht automatisch wirksam, nur weil sie stattgefunden haben. Es kommt darauf an, was festgestellt wurde, welche Auflagen erteilt wurden und ob anschließend überprüft wurde, ob diese auch eingehalten werden. Ein Besuch mit kurzem Protokoll kann nicht das Ende der Verantwortung sein. Besonders bei wiederholten Auffälligkeiten müsste es eigentlich ein klares Verfahren geben, bei dem die Vorgeschichte sofort berücksichtigt wird.

Auch die Kastrationsgutscheine in Gardelegen zeigen ein Problem, das oft erst sichtbar wird, wenn es bereits fast zu spät ist. Solche Gutscheine helfen nicht nur einzelnen Tierhaltern, sondern können verhindern, dass sich die Zahl unerwünschter Tiere weiter erhöht. Wenn sie aus finanziellen Gründen wegfallen, spart man vielleicht kurzfristig Geld, erzeugt aber möglicherweise später noch höhere Kosten für Fundtiere, Notfälle und überfüllte Tierheime. Das ist ein bisschen wie bei Reparaturen, die man immer wieder verschiebt, bis der Schaden richtig teuer wird.

Vielleicht müsste man deshalb stärker darüber sprechen, wie Tierheime finanziert werden. Spendenbereitschaft ist wichtig, aber sie schwankt und hängt stark davon ab, wie sichtbar ein Problem gerade ist. Ein Tierheim kann seine Arbeit aber nicht nach der aktuellen Nachrichtenlage planen. Es braucht verlässliche Zuschüsse, klare Zuständigkeiten und am besten auch eine Beteiligung der Kommunen, weil die Einrichtungen teilweise Aufgaben übernehmen, die sonst niemand auffängt. Dass eine Leiterin öffentlich vor einer möglichen Schließung warnen muss, sollte eigentlich politisch sofort Aufmerksamkeit auslösen.

Der Ruhestand von Madeleine Martin ist dabei auch deshalb ein ungünstiger Zeitpunkt, weil viele dieser Probleme nicht kleiner werden. Eine Nachfolge sollte nicht nur repräsentative Aufgaben übernehmen und bei offiziellen Terminen freundlich auftreten. Sie muss Akten lesen, unangenehme Fragen stellen, Fachleute zusammenbringen und notfalls auch Ministerien oder Behörden kritisieren können. Unabhängigkeit klingt in solchen Forderungen immer gut, ist aber im Alltag wahrscheinlich der schwierigste Punkt. Wer wirklich etwas verändern will, macht sich zwangsläufig nicht überall beliebt.

Was ich ebenfalls wichtig finde: Tierschutz darf nicht ausschließlich als Gegensatz zur Landwirtschaft dargestellt werden. Viele Landwirte arbeiten vermutlich selbst unter enormem wirtschaftlichen Druck und würden ihre Tiere nicht schlecht behandeln wollen. Aber genau deshalb braucht es Regeln, Beratung und Förderungen, die artgerechte Haltung auch praktisch möglich machen. Wenn bessere Ställe, mehr Platz oder andere Fütterung deutlich teurer sind, kann man die Verantwortung nicht einfach allein beim einzelnen Betrieb abladen. Gleichzeitig darf wirtschaftlicher Druck natürlich kein Freibrief sein, Mindeststandards zu ignorieren.

Am Ende hängt vieles an der Kontrolle. Gesetze sind nur dann glaubwürdig, wenn Verstöße entdeckt, nachvollziehbar bewertet und konsequent geahndet werden. Dazu braucht es gut ausgestattete Veterinärämter, spezialisierte Gutachter und Gerichte, die den Sachverhalt wirklich verstehen. Vielleicht wäre auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen Behörden und anerkannten Tierschutzorganisationen sinnvoll, solange die jeweiligen Rollen klar bleiben. Hinweise aus der Bevölkerung oder von Tierschützern dürfen jedenfalls nicht erst dann ernst genommen werden, wenn Bilder in der Zeitung erscheinen.

Der Artikel macht für mich deshalb deutlich, dass Tierschutz nicht an einem einzelnen Thema scheitert. Es geht um fehlende Mittel, zu wenig Personal, mangelhafte Kontrollen, veraltete Haltungsbedingungen und manchmal schlicht um menschliche Gleichgültigkeit. Man kann über einzelne Fälle diskutieren, aber das gemeinsame Muster ist schwer zu übersehen. Tiere sind darauf angewiesen, dass andere für sie handeln, und genau deshalb darf man die Verantwortung nicht zwischen Behörden, Haltern und Politik hin und her schieben. Einer muss anfangen, aber am besten hören alle Beteiligten auf, so zu tun, als sei das Problem jeweils nur Sache der anderen.

Anbieter im Vergleich (Vergleichstabelle)

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Jahreshöchstleistung 700€ bis unbegrenzt
Zusatzleistungen
Tarife je nach Tierart
Kostenübernahme Bis zu 90%
Kombi-Pakete möglich
Freie Wahl der Klinik
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Jahreshöchstleistung 3.000€ bis unbegrenzt
Zusatzleistungen
Tarife je nach Tierart
Kostenübernahme Bis zu 100%
Kombi-Pakete möglich
Freie Wahl der Klinik
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Jahreshöchstleistung 400€ bis unbegrenzt
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