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Tierschutz im Fokus: Von beschlagnahmten Tigern bis zu hitzegeplagten Eichhörnchen
Tiger-Einsatz in Dölzig sorgt für Streit über Behördenentscheidungen
In einem Beitrag von zoos.media kritisiert die Wildtierärztin Dr. med. vet. Kerstin Alexandra Dörnath den behördlichen Umgang mit den Tigern von Carmen Zander. Der Artikel wurde am 21.07.2026 veröffentlicht und stellt die Frage, ob bei der Beschlagnahmung die tiermedizinische Expertise ausreichend berücksichtigt wurde.
Dörnath beschreibt die Tiger als Tiere in einem „exzellenten Allgemeinzustand“, ohne Verhaltensstörungen sowie physiologisch und psychisch ausgeglichen. Als betreuende Tierärztin erklärt sie, dass Großkatzen in Menschenhand kaum in einem vergleichbar gesunden und ausgeglichenen Zustand zu sehen seien.
Im Mittelpunkt der Kritik steht das sogenannte „Säugetiergutachten“. Nach Darstellung des Beitrags handle es sich dabei nicht um ein Gesetz und auch nicht um ein antizipiertes Sachverständigengutachten, sondern um eine Handlungsempfehlung beziehungsweise einen wissenschaftlichen Fachbeitrag. Behörden dürften es demnach nicht als unumstößliches Dogma verwenden, sondern müssten eine Einzelfallprüfung vornehmen und weitere fachliche Einschätzungen berücksichtigen.
„Bei dem Säugetiergutachten handelt es sich nicht um ein antizipiertes Sachverständigengutachten, das es den zuständigen Veterinärbehörden und den Gerichten ermöglicht, unter Verweis auf die Empfehlung des Gutachtens auf eine weitere Beweiserhebung zu verzichten.“
Dieses Zitat stammt aus der im Beitrag angeführten Publikation von Professor Dr. Martin Beckmann, die im März 2018 in der Zeitschrift für Europäisches Umwelt- und Planungsrecht erschienen ist. Beckmann betone außerdem, dass das Gutachten eine behördliche Entscheidungsfindung unterstützen könne, die Auseinandersetzung mit anderen fachlichen Einschätzungen jedoch nicht ersetze.
Dörnath beanstandet insbesondere eine „Nacht-und-Nebel-Aktion“, bei der Tiere in exzellentem Zustand beschlagnahmt worden seien. Als besonders belastend bezeichnet sie einen unmittelbar nach einer Narkose erfolgten Transport über mehr als 2.200 Kilometer bei sommerlicher Hitze.
Die Tierärztin erklärt, sie habe für die ihr bekannten Tiger ein Attest zur Transportunfähigkeit ausgestellt. Die Tiere seien nicht krank gewesen; vielmehr sei der Transport in dieser Form aus ihrer Sicht tierschutzwidrig gewesen, weil er den Großkatzen Leiden, Schäden und Schmerzen zufügen könne.
Vor der Narkose seien laut Artikel unter anderem keine Fragen zur letzten Futteraufnahme, zur letzten Wasseraufnahme oder zu möglichen Arzneimittelunverträglichkeiten gestellt worden. Auch mögliche Erkrankungen wie Epilepsie bei einem Einzeltier seien nicht abgefragt worden.
Der Beitrag setzt die Beschlagnahmung außerdem in Zusammenhang mit § 16a des Tierschutzgesetzes. Dörnath hält die Maßnahme fachlich für nicht haltbar und fordert eine Rückkehr der Tiger zu ihrer Halterin, die sie pflegerisch und medizinisch korrekt betreuen könne.
Darüber hinaus kritisiert sie die Zusammenarbeit von Behörden mit der Organisation AAP. Sie wirft „Tierrechtlern“ vor, Kampagnen und Spendeninteressen über die medizinischen und biologischen Bedürfnisse der Tiere zu stellen, und stellt die Expertise eines studierten Physikers bei der Beurteilung von Tierhaltungen infrage.
Als Konsequenz fordert Dörnath mehr praktische Fachkompetenz in den Tierschutzbehörden. Ein Amtstierarzt sei nicht allein durch seinen Dienstgrad automatisch für eine hochspezialisierte Tierart wie den Tiger qualifiziert; Tierschutz müsse auf dem Dialog mit Fachleuten beruhen, die täglich mit den Tieren arbeiten.
Zusammenfassung: zoos.media berichtet über die Kritik von Dr. med. vet. Kerstin Alexandra Dörnath an der Tiger-Beschlagnahmung in Dölzig. Im Zentrum stehen die rechtliche Bedeutung des „Säugetiergutachtens“, der mehr als 2.200 Kilometer lange Transport nach einer Narkose und die Forderung nach stärkerer Berücksichtigung tiermedizinischer Expertise.
Polizei untersucht Tod eines Schafs im Unterallgäu
Die Augsburger Allgemeine berichtet über einen Tierschutz-Einsatz auf einer Schafweide im Unterallgäu. Polizei und Unterallgäuer Veterinäramt rückten am Sonntagvormittag aus; ein Schaf wurde eingeschläfert.
Nach Angaben der Zeitung vermeldete der Tierschützer Philipp Hörmann den Einsatz. Hörmann hatte maßgeblich den Tierskandal in Bad Grönenbach aufgedeckt.
Das tote Schaf soll nun untersucht werden. Die Polizei ermittelt nach dem Einsatz, während das Veterinäramt an der Maßnahme beteiligt war.
Weitere Einzelheiten waren in der vorliegenden Meldung nicht zugänglich. Die Augsburger Allgemeine weist darauf hin, dass der Bericht nur den bisherigen Stand des Falls wiedergibt.
Zusammenfassung: Laut Augsburger Allgemeine wurde im Unterallgäu ein Schaf eingeschläfert. Die Polizei ermittelt, und das tote Tier wird untersucht.
„Hundegrillen“: Tierschutz-Aktivisten protestieren in Reutlingen
Auf dem Reutlinger Marktplatz haben Tierschutz-Aktivisten mit einer Protest-Aktion auf den Umgang mit Tieren aufmerksam gemacht. Das berichtet gea.de in einem Videobeitrag unter dem Titel „Protest-Aktion von Tierschutz-Aktivisten: »Hundegrillen« auf dem Reutlinger Marktplatz“.
Die Bezeichnung „Hundegrillen“ war Bestandteil der Protestaktion und wurde im Zusammenhang mit der öffentlichen Kundgebung auf dem Marktplatz verwendet. Die vorliegenden Angaben enthalten keine weiteren Informationen zu den beteiligten Organisationen, dem genauen Ablauf oder den konkreten Forderungen.
Zusammenfassung: gea.de berichtet über eine Tierschutz-Protestaktion auf dem Reutlinger Marktplatz. Im Mittelpunkt stand das als „Hundegrillen“ bezeichnete Aktionsformat.
Bündnis fordert Stopp des geplanten Tierversuchsgesetzes
Die Organisation Ärzte gegen Tierversuche warnt vor dem geplanten eigenständigen Gesetz für Tierversuche. Die Bundesregierung plant demnach, die Regelungen zu Tierversuchen aus dem Tierschutzgesetz herauszulösen und im Rahmen des angekündigten Innovationsfreiheitsgesetzes in einem eigenen Gesetz zusammenzufassen.
Nach Darstellung der Organisation könnten dadurch ethische und rechtliche Schranken gegen Schmerzen, Leiden und Schäden sowie gegen die Tötung aus rein wirtschaftlichen Gründen entfallen. Ein Bündnis aus zehn Tierschutzorganisationen hatte deshalb bereits Anfang Februar eine Bundestagspetition eingereicht.
Die Petition ist laut Quelle zur öffentlichen Mitzeichnung freigeschaltet. Bürgerinnen und Bürger können sie bis zum 31. August 2026 unterzeichnen; werden mindestens 30.000 Unterschriften erreicht, kommt es zu einer Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Bundestags.
| Angabe | Information |
|---|---|
| Petition | „Stopp des geplanten Tierversuchsgesetzes“ |
| Mitzeichnung möglich bis | 31. August 2026 |
| Schwelle für eine Anhörung | 30.000 Unterschriften |
| Beteiligte Organisationen | zehn |
Das Bündnis befürchtet eine massive Verschlechterung des ohnehin unzureichenden rechtlichen Schutzes von Millionen Tieren. Es argumentiert, dass der Gesetzgeber damit gegen das in der Verfassung festgesetzte Staatsziel Tierschutz sowie gegen den bei früheren Novellierungen des Tierschutzgesetzes beachteten Grundsatz verstoßen könnte, nicht hinter geltendes Recht zurückzugehen.
Als mögliche Folgen nennt die Organisation Veränderungen beim Umgang mit überzähligen Tieren, die gezüchtet wurden, ohne in einem Versuch eingesetzt zu werden, sowie mit Tieren, die einen Tierversuch überlebt haben. Diese Tiere könnten ohne den bislang in §17 Tierschutzgesetz geforderten „vernünftigen Grund“ legal getötet werden.
Darüber hinaus könnten nach Einschätzung des Bündnisses die Pflicht zur art- und bedürfnisgerechten Ernährung, Pflege und Unterbringung sowie die gerichtliche Überprüfung von Genehmigungen durch Tierschutzverbände in Bundesländern mit Verbandsklagerecht entfallen. Auch Erleichterungen im Genehmigungsverfahren werden als mögliches Risiko genannt.
Die Organisationen verweisen zugleich auf die Europäische Union, die den Übergang zu speziesrelevanten und tierleidfreien Methoden vorantreibe und deren Entwicklung, Validierung sowie rechtlich verpflichtende Anwendung fördere. Statt Tierversuche zu erleichtern, solle das Innovationsfreiheitsgesetz nach Ansicht des Bündnisses die Transformation hin zu tierleidfreien Methoden gesetzlich verankern.
Zum Bündnis gehören Ärzte gegen Tierversuche e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Bundesverband Menschen für Tierrechte e.V., Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V., Deutscher Tierschutzbund e.V., mensch fair tier e.V., Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V., Politischer Arbeitskreis für Tierrechte in Europa e.V., Team Tierschutz gGmbH und PETA Deutschland e.V.
„Millionen Tieren droht durch die Ausgliederung der Tierversuchsregelungen aus dem Tierschutzgesetz eine massive Verschlechterung ihres ohnehin schon unzureichenden rechtlichen Schutzes.“
Zusammenfassung: Ärzte gegen Tierversuche berichtet über eine Bundestagspetition gegen ein eigenständiges Tierversuchsgesetz. Die Petition kann bis zum 31. August 2026 mitgezeichnet werden; ab 30.000 Unterschriften ist eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Bundestags vorgesehen.
Hitze und Trockenheit setzen Eichhörnchen zu
STERN.de berichtet am 20. Juli 2026 um 15:23 Uhr über die Folgen von Hitze und Trockenheit für Eichhörnchen. Der Naturschutzbund in Niedersachsen macht darauf aufmerksam, dass die warmen Tage ohne Niederschlag nicht nur Menschen, sondern auch Tieren zugesetzt haben.
Eichhörnchen gelten grundsätzlich als anpassungsfähig, sind laut Bericht aber dennoch betroffen. In den vergangenen Tagen habe es vermehrt Meldungen über orientierungslose oder hilfsbedürftige Eichhörnchen gegeben.
Als zusätzliche Belastung nennt der Beitrag den Verlust von Lebensräumen wie Grünflächen oder alten Bäumen durch Landwirtschaft und Siedlungsbau. Dadurch fehlten Rückzugsräume, die den Tieren unter anderem Schatten spenden.
Das Europäische Eichhörnchen gelte noch nicht als gefährdet. Ein Sprecher des Naturschutzbundes warnt jedoch davor, sich darauf zu verlassen.
„Auch vermeintlich häufige und anpassungsfähige Arten können innerhalb kurzer Zeit stark unter Druck geraten.“
Zur Unterstützung der Tiere empfiehlt der Naturschutzbund kleine Wasserstellen an schattigen Orten im Garten. Diese sollen regelmäßig gereinigt und neu befüllt werden; davon könnten auch Vögel und Insekten profitieren.
Zusätzlich könnten Nüsse und Obst als Futter ausgelegt werden. Samenreiche Sträucher und Büsche könnten als Nahrungsquelle dienen, während Schattenstellen weitere Rückzugsmöglichkeiten schaffen.
Gärten und Parks seien inzwischen wichtige Lebensräume für Eichhörnchen. Der Bericht hebt damit die Bedeutung begrünter Bereiche gerade während Hitze- und Trockenperioden hervor.
- Kleine Wasserstellen an schattigen Orten aufstellen.
- Wasserstellen regelmäßig reinigen und neu befüllen.
- Nüsse und Obst als Futter auslegen.
- Samenreiche Sträucher und Büsche pflanzen.
- Schattenstellen schaffen.
Zusammenfassung: STERN.de berichtet, dass Hitze, Trockenheit und der Verlust von Rückzugsräumen Eichhörnchen belasten. Der Naturschutzbund empfiehlt Wasserstellen, Futterpflanzen und Schattenplätze in Gärten.
Quellen:
- Kitty Marie - wenn du sprechen könntest (Regensburg) - Mischlingshunde (Tierschutz)
- Verfehlter Tierschutzvollzug: Warum das Papier den Tiger nicht ersetzt
- Polizei ermittelt nach Tierschutz-Einsatz: Totes Schaf wird nun untersucht
- Protest-Aktion von Tierschutz-Aktivisten: »Hundegrillen« auf dem Reutlinger Marktplatz
- Geplantes Tierversuchsgesetz schwächt den Tierschutz
- Tierschutz: Wie Eichhörnchen unter der Hitze leiden












