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Tierquälerei und Tierschutz im Fokus: Proteste, Ermittlungen und finanzielle Sorgen
China: Fälle von Tierquälerei lösen wachsende Empörung aus
In China sorgen Fälle grausamer Tierquälerei seit einigen Wochen wiederholt für öffentliche Bestürzung und teilweise für seltene Proteste. Wie STERN.de berichtet, begann die Polizei in Changzhou in der ostchinesischen Provinz Jiangsu gegen einen Mann zu ermitteln, nachdem in einem Park drei brutal misshandelte Straßenkatzen entdeckt worden waren.
In Laizhou in der Provinz Shandong nahm die Polizei zudem zwei Männer fest, die Katzen gestohlen haben sollen. Freiwillige hatten zuvor einen Lastwagen gestoppt, in dem sich laut einem Bericht des Nachrichtenportals „Beijing News“ Hunderte Katzen befanden, die in kleinen Käfigen auf engem Raum untergebracht waren.
Besonders große Empörung löste der Fall der Straßenhündin „Wang Wang“ aus. Ende Juni filmten vier Jugendliche in Jieyang in der südchinesischen Provinz Guangdong, wie sie die in der Nachbarschaft bekannte Hündin mit Stöcken schlugen und anzündeten.
Die Lokalregierung teilte später mit, dass die vier unter 14-Jährigen in eine Sondererziehungseinrichtung überstellt worden seien. Große Staatsmedien wie das chinesische Staatsfernsehen berichteten laut STERN.de nicht über den Fall, während Beiträge zu „Wang Wang“ weiterhin auf Xiaohongshu und Weibo verbreitet wurden.
China verfügt bislang über kein landesweites Tierschutzgesetz. Haustiere gelten rechtlich als Eigentum, weshalb bei Quälerei keine Strafen, sondern beispielsweise Schadenersatzforderungen drohen können.
Auch der Tod des bekannten Border Collies „Chutou“ führte im Mai zu einer strafrechtlichen Ermittlung. Nach Angaben seines Besitzers soll ein Mann den Hund gestohlen und an ein Restaurant verkauft haben, wo er schließlich geschlachtet wurde; die Ermittlungen bezogen sich auf den kommerziellen Wert des Tieres.
Im südwestchinesischen Chongqing demonstrierten Hunderte Menschen vor dem Wohnhaus eines 39-Jährigen. Ihm wurde vorgeworfen, unter falschen Vorgaben Welpen adoptiert und diese missbraucht oder getötet zu haben; laut STERN.de kam es bei den Protesten auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.
„Diese Lücke hat die öffentliche Empörung in Chongqing wahrscheinlich noch verstärkt“, hieß es im Quartalsbericht von Freedom House.
Infobox: In China gibt es bislang kein landesweites Tierschutzgesetz. Die jüngsten Fälle betreffen misshandelte Straßenkatzen, Hunderte Katzen in kleinen Käfigen, die Hündin „Wang Wang“, den Border Collie „Chutou“ sowie Welpen in Chongqing.
Wolmirstedt: Tierheim läuft im Krisenbetrieb
Das Tierheim in Wolmirstedt steht nach einem Bericht der Volksstimme unter erheblichem Druck. Steigende Kosten und sinkende Spenden erschweren die Arbeit der Einrichtung.
Als Beispiel wird der Schäferhund Ben genannt, der seine Freude über den Auslauf lautstark zeigt und über den Hundespielplatz rennt. Der Hund lässt sich schwer vermitteln, weil in seiner Erziehung einiges schiefgelaufen ist.
Tierheimleiter Otfried Müller sucht deshalb erfahrene Hundehalter, die nicht nur als mögliche Vermittler, sondern auch als Helfer im Tierheim unterstützen können. Neben finanziellen Mitteln wird demnach dringend praktische Hilfe benötigt.
Infobox: Das Tierheim in Wolmirstedt muss laut Volksstimme im Krisenbetrieb laufen. Ben steht beispielhaft für schwer vermittelbare Hunde; gesucht werden erfahrene Hundehalter und Helfer.
Unterallgäu: Polizei ermittelt nach Einsatz auf Schafweide
Im Unterallgäu rückten Polizei und das Unterallgäuer Veterinäramt am Sonntagvormittag zu einer Schafweide aus. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, wurde ein krankes Schaf eingeschläfert.
Der Tierschützer Philipp Hörmann, der maßgeblich den Tierskandal in Bad Grönenbach aufgedeckt hat, machte den erneuten Einsatz öffentlich. Die Polizei ermittelt nun, der Fall soll weiter untersucht werden.
Infobox: Auf einer Schafweide im Unterallgäu wurde ein krankes Schaf eingeschläfert. Polizei und Veterinäramt waren im Einsatz; die Ermittlungen dauern an.
Fall Jette: Mahnwachen in mehreren hessischen Städten
Der Fall der Hündin Jette hat bundesweit Mahnwachen gegen Tierquälerei ausgelöst. Nach Angaben von hessenschau.de fanden am Samstag unter anderem Veranstaltungen in Kassel, Fulda, Marburg und Birkenau im Odenwald statt.
In Kassel kamen während einer zweistündigen Mahnwache auf dem Königsplatz rund 80 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zusammen. Die von mehreren Privatpersonen organisierte Veranstaltung enthielt eine Schweigeminute für misshandelte Tiere.
In Fulda gingen nach Polizeiangaben rund 40 Menschen auf die Straße. Hintergrund ist der Vorwurf, Jette sei von ihren Besitzern bis zum Tod gequält worden.
Der Deutsche Tierschutzbund forderte nach Angaben von hessenschau.de, bestehende Tierschutzgesetze konsequenter durchzusetzen oder zu verschärfen. Die Mahnwachen richteten sich gegen Tierquälerei und forderten einen stärkeren Tierschutz.
Infobox: In Kassel nahmen rund 80 Menschen an einer zweistündigen Mahnwache teil, in Fulda rund 40. Auslöser war der Fall der Hündin Jette.
Podcast: Kritik an Schlagzeilen über Wölfe, Wildtiere und Jagd
Die Redaktion „Wild beim Wild“ beschäftigt sich in einer Podcast-Episode mit Meldungen zu Jagd, Wildtieren und Tierschutz. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob öffentliche Schlagzeilen durch Fakten gedeckt sind.
Als Beispiel nennt die Redaktion einen Vorfall in der Toskana, der europaweit als bestätigter Wolfsangriff verbreitet worden sei. Laut „Wild beim Wild“ lagen jedoch weder eine DNA-Probe noch eine amtliche Bestätigung vor; korrekt wäre demnach die Bezeichnung „vermeintlicher Wolfsangriff“ gewesen.
Auch die baltische Jagdpolitik wird thematisiert. Lettland erhöhte die Wolfsquote auf 400 Tiere, während der eigene Rechnungshof die Bestandsbewertung als nicht nachvollziehbar bezeichnete.
Weitere Themen sind eine Geldsammlung der SVP in Schwyz für Bussen, die es bislang nie gab, sowie die Forderung, den Luchs im Wallis zum Abschuss freizugeben. Die Redaktion beschreibt den Luchs als genetisch am Limit.
Außerdem geht es um den Auerhahn in Freiburg, der dort praktisch ausgestorben sei. Der Bestand sei schweizweit von rund 1100 auf 380 bis 480 balzende Hähne gesunken, vollständig in einer Zeit ohne legalen Abschuss.
Die Episode behandelt darüber hinaus steigende Wildschweinschäden trotz Rekordabschüssen von über 12’000 Tieren, einen Graubündner Hirschbestand sowie eine Undercover-Recherche über Gewalt in italienischen Zirkussen.
„Wer prüft die Grundlagen, auf denen Entscheide gefällt werden? Und wer trägt die Kosten, wenn niemand nachfragt?“
Infobox: „Wild beim Wild“ stellt die Überprüfung von Fakten hinter Meldungen zu Wölfen, Luchsen, Auerhähnen, Wildschweinen, Hirschen und Zirkussen in den Mittelpunkt. Genannt werden unter anderem eine Wolfsquote von 400 Tieren in Lettland, ein Rückgang von rund 1100 auf 380 bis 480 balzende Hähne sowie Rekordabschüsse von über 12’000 Wildschweinen.
Quellen:
- Tierschutz: Fälle von Tierqual sorgen in China zunehmend für Aufschrei
- Spenden für den Tierschutz sinken: Große Not: Tierheim muss im Krisenbetrieb laufen
- Polizei ermittelt nach Tierschutz-Einsatz: Krankes Schaf wird getötet und nun untersucht
- Fall Jette: Mahnwachen für bessere Tierschutz von Kassel bis Fulda
- Pumba (Aurich) - Hunde aus dem Tierheim / Tierschutz
- Wolf, Auerhahn, Zirkus: Wenn Schlagzeilen schneller sind als Fakten | Podcast












