Inhaltsverzeichnis:
Wildtierauffangstation in Bremen rückt näher
Die Regierungsfraktionen in Bremen schließen sich laut Weser Kurier der jahrealten Forderung von CDU und FDP nach einer eigenen Wildtierauffangstation an. Eine solche Einrichtung ist zwar im Koalitionsvertrag von 2023 vereinbart, wurde bislang jedoch wiederholt mit Verweis auf die Finanzlage zurückgestellt.
Bislang kümmern sich vor allem Ehrenamtliche um verletzte oder hilfsbedürftige Wildtiere. Dazu zählen unter anderem Igel, Eichhörnchen, Tauben und Papageien. Nach Darstellung des Weser Kurier laufen bei der Verwaltung nicht einmal alle Informationen zusammen, um im Bedarfsfall gezielt Kontakte zu dem kleinen, aber stabilen Helfernetzwerk herzustellen.
Ein rot-grün-roter Antrag sieht vor, unter Einbindung der Landesbeauftragten für den Tierschutz ein Konzept für eine Auffangstation im Land Bremen erstellen zu lassen. Die Beschlussempfehlung soll voraussichtlich Ende August im Landtag debattiert werden. Dabei sollen auch die geeignete Trägerschaft, die staatliche Deputation für Gesundheit, Pflege und Verbraucherschutz sowie der Bremer Tierschutzbeirat einbezogen werden.
Geprüft werden soll außerdem, auf welche Tierarten die künftige Station ausgerichtet werden sollte. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Vögel und kleine Säugetiere. Grundlage sollen die Anforderungen an Unterbringung und Versorgung sowie die begrenzten finanziellen Handlungsmöglichkeiten sein.
Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit Einrichtungen im niedersächsischen Umland vorgesehen. Der Weser Kurier nennt unter anderem Stationen in Rastede und Klosterseelte sowie das Wolfscenter in Dörverden. In Niedersachsen gibt es insgesamt 16 mehr oder weniger spezialisierte Wildtierauffangstationen.
Auch bestehende Strukturen in Bremen sollen einbezogen werden. Gemeint sind die Tierschutzvereine in Bremen und Bremerhaven sowie weitere relevante Akteurinnen und Akteure vor Ort. Der Bremerhavener FDP-Fraktionschef Bernd Freemann hält zudem eine Dependance in Bremerhaven für sinnvoll, weil der Tierschutz dort ebenfalls überlastet sei und Einsatzkräften, etwa der Feuerwehr, lange Wege bis nach Bremen nicht zuzumuten seien.
„Einsatzkräften, etwa der Feuerwehr, wäre es nicht zuzumuten, bis nach Bremen zu fahren“, sagte Bernd Freemann laut Weser Kurier.
Infobox: Bremen plant ein Konzept für eine Wildtierauffangstation. Geprüft werden sollen Trägerschaft, Tierarten, bestehende Strukturen und Kooperationen mit Niedersachsen; außerdem steht eine Dependance in Bremerhaven im Raum.
Mahnwachen nach dem Fall der Hündin Jette
Nach dem Fall der Hündin Jette haben sich laut hessenschau.de bundesweit Menschen zu Mahnwachen gegen Tierquälerei und für einen stärkeren Tierschutz versammelt. In Hessen fanden Veranstaltungen unter anderem in Kassel, Fulda, Marburg und Birkenau im Odenwald statt.
In Kassel kamen nach Angaben eines Polizeisprechers rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer zweistündigen Mahnwache auf dem Königsplatz. Während der Veranstaltung gab es eine Schweigeminute für misshandelte Tiere. Organisiert wurde die Mahnwache von mehreren Privatpersonen.
In Fulda gingen nach Polizeiangaben rund 40 Menschen auf die Straße. Hintergrund der Veranstaltungen ist der Fall der Hündin Jette, die nach den Angaben von hessenschau.de von ihren Besitzern bis zum Tod gequält worden sein soll.
Der Deutsche Tierschutzbund forderte im Zusammenhang mit dem Fall, bestehende Tierschutzgesetze konsequenter durchzusetzen oder zu verschärfen. Die Meldung wurde von hessenschau.de am 25.07.26 um 14:36 Uhr veröffentlicht.
Infobox: Die Mahnwachen richteten sich gegen Tierquälerei und für besseren Tierschutz. In Kassel nahmen rund 80 Menschen teil, in Fulda waren es nach Polizeiangaben rund 40.
Sachsens Tierheime kämpfen mit Katzen, Hunden und kranken Tieren
Zu viel Katzennachwuchs, verhaltensauffällige Hunde und kranke Tiere belasten Sachsens Tierheime. Das berichten STERN.de und DIE ZEIT unter Berufung auf Aussagen von Michael Sperlich, dem Chef des Landestierschutzverbandes Sachsen.
Während der Sommerferien gab es in diesem Jahr demnach weniger Probleme mit ausgesetzten Tieren. Die grundlegenden Belastungen bestünden jedoch das ganze Jahr über. Eine Ausnahme seien Katzenwelpen, mit denen die Tierheime inzwischen vom Frühsommer bis zur Weihnachtszeit beschäftigt seien.
„Ausgenommen die Katzenwelpen, welche uns inzwischen vom Frühsommer bis zur Weihnachtszeit beschäftigen“, sagte Michael Sperlich laut STERN.de und DIE ZEIT.
Sperlich sieht die sächsische Regierung in der Verantwortung und wirft ihr Untätigkeit bei der Einführung einer Katzenschutzverordnung vor. Eine solche Regelung würde Halter von Freigängerkatzen sachsenweit zur Kastration verpflichten und dadurch die Vermehrung von Straßenkatzen eindämmen.
Die verhaltensauffälligen Hunde führt Sperlich auf fachlich unfähige und überforderte Eigentümer zurück. Zudem würden kranke Tiere häufig in Tierheimen landen, weil viele Besitzer die erheblich gestiegenen Tierarztkosten nicht mehr bezahlen könnten.
Auch das Dresdner Tierheim berichtet von Überlastung. Es müsse viele Tiere zur Zwangspflege aufnehmen, deren Besitzer sich nicht angemessen um sie kümmerten. Unter den Neuankömmlingen seien vor allem Katzen.
Seit Beginn der Sommerferien wurden in Dresden 18 Fundkatzen aufgenommen. Darunter war eine Mutter mit zwei Jungen, die nach Angaben des zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes definitiv ausgesetzt worden sei. Hunde seien in diesem Zeitraum nicht ausgesetzt worden.
Ein Anstieg der ausgesetzten oder abgegebenen Tiere wurde in den Ferien bisher nicht festgestellt. Die Vermittlung laufe allerdings schleppend, weil die Menschen in der Regel zunächst in den Urlaub führen und sich erst danach wieder mit dem Thema Heimtierhaltung beschäftigten. Michael Sperlich bezeichnete dies laut den Berichten als sinnvoll.
| Bereich | Angabe |
| Fundkatzen in Dresden seit Beginn der Sommerferien | 18 |
| Zeitraum der besonderen Belastung durch Katzenwelpen | vom Frühsommer bis zur Weihnachtszeit |
| Ausgesetzte Hunde in Dresden seit Beginn der Sommerferien | keine |
Infobox: Sachsens Tierheime melden ganzjährige Belastungen durch Katzennachwuchs, auffällige Hunde und kranke Tiere. In Dresden wurden seit Beginn der Sommerferien 18 Fundkatzen aufgenommen; ein Anstieg ausgesetzter oder abgegebener Tiere wurde dort bislang nicht festgestellt.
Streit um die Benennung einer Kaninchenanlage in Kissing
Der Rechtsstreit zwischen der Soko Tierschutz und dem Betreiber einer Kaninchenanlage in Kissing geht vor dem Oberlandesgericht München in die nächste Runde. Im Mittelpunkt steht laut Augsburger Allgemeine die Frage, ob für die Tierrechtsorganisation dieselben Maßstäbe gelten wie für die Presse.
Das Landgericht Augsburg hatte im Februar entschieden, dass die Soko Tierschutz den Betrieb, dessen Leiter und den Ort der Anlage nicht nennen darf. Außerdem wurde der Organisation untersagt, Luftbilder des Betriebs zu zeigen.
Die Richterin begründete dies damit, dass die Soko Tierschutz an presserechtliche Grundsätze der Verdachtsberichterstattung gebunden sei. Dazu gehöre, Informationen sorgfältig zu prüfen, einen Verdacht als solchen zu kennzeichnen und der Gegenseite die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben.
Nach Darstellung der Augsburger Allgemeine beanstandete die Richterin außerdem falsche Aussagen in den Berichten der Soko Tierschutz. Dabei ging es um die Behauptung, der Leiter des Kaninchenbetriebs sei über die Kontrolle des Veterinäramtes informiert worden. Außerdem wurde die Aussage beanstandet, es gebe zur Kaninchenhaltung für medizinische Zwecke Alternativen ohne Leid, die bei Menschen sogar besser funktionierten.
Gegen das Urteil des Landgerichts Augsburg klagte die Soko Tierschutz. Der Betreiber der Kaninchenanlage erwartet, dass das Oberlandesgericht München die Entscheidung bestätigt. Er hoffe außerdem, dass die Organisation das Urteil akzeptiere und ihre Kampagne gegen seine Familie einstelle.
Die Soko Tierschutz hatte mit Aufnahmen aus der Kaninchenanlage für Aufsehen gesorgt. Darauf waren Mitarbeiter zu sehen, die Tiere grob anpackten und zum Teil herumwarfen. Die Organisation wirft dem Landwirt vor, verletzte Kaninchen nicht ausreichend versorgt und Narkosen nicht korrekt überprüft zu haben.
Infobox: Das Oberlandesgericht München befasst sich mit der Frage, ob die Soko Tierschutz die Kaninchenanlage in Kissing nennen und Luftbilder zeigen darf. Das Landgericht Augsburg hatte dies untersagt und die Organisation an Grundsätze der Verdachtsberichterstattung gebunden.
Ermittlungen nach Tierschutz-Einsatz auf einer Schafweide
Im Unterallgäu ermittelt die Polizei nach einem Tierschutz-Einsatz auf einer Schafweide. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, rückten die Polizei und das Unterallgäuer Veterinäramt am Sonntagvormittag aus.
Bei dem Einsatz ging es um ein krankes Schaf. Das Tier wurde eingeschläfert und soll nun untersucht werden. Weitere Einzelheiten zu dem Fall waren in der vorliegenden Meldung nicht enthalten.
Auf den Einsatz aufmerksam gemacht hat der Tierschützer Philipp Hörmann, der maßgeblich den Tierskandal in Bad Grönenbach aufgedeckt hatte. Die Polizei prüft nun gemeinsam mit den zuständigen Behörden die Hintergründe des Geschehens.
Infobox: Nach einem Einsatz von Polizei und Veterinäramt im Unterallgäu wurde ein krankes Schaf eingeschläfert. Die weiteren Umstände werden untersucht.
Quellen:
- Schulterschluss für eine eigene Wildtierauffangstation in Bremen
- Mahnwachen gegen Tierquälerei: Fall Jette sorgt für Betroffenheit
- Tierschutz: Tierheime kämpfen mit vielen Katzen und auffälligen Hunden
- Darf die Soko Tierschutz die Kaninchenanlage in Kissing nennen? Streit geht vor Oberlandesgericht
- Polizei ermittelt nach Tierschutz-Einsatz: Krankes Schaf wird getötet und nun untersucht
- Tierschutz: Tierheime kämpfen mit vielen Katzen und auffälligen Hunden












