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Tierheim- und Tierschutz-News: Bremen plant Auffangstation, Jette-Fall bewegt Menschen

Symbolbild – ganz oder teilweise KI-generiert
27.07.2026 84 mal gelesen 3 Kommentare

Wildtierauffangstation in Bremen rückt näher

Die Regierungsfraktionen in Bremen schließen sich laut Weser Kurier der jahrealten Forderung von CDU und FDP nach einer eigenen Wildtierauffangstation an. Eine solche Einrichtung ist zwar im Koalitionsvertrag von 2023 vereinbart, wurde bislang jedoch wiederholt mit Verweis auf die Finanzlage zurückgestellt.

Bislang kümmern sich vor allem Ehrenamtliche um verletzte oder hilfsbedürftige Wildtiere. Dazu zählen unter anderem Igel, Eichhörnchen, Tauben und Papageien. Nach Darstellung des Weser Kurier laufen bei der Verwaltung nicht einmal alle Informationen zusammen, um im Bedarfsfall gezielt Kontakte zu dem kleinen, aber stabilen Helfernetzwerk herzustellen.

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Ein rot-grün-roter Antrag sieht vor, unter Einbindung der Landesbeauftragten für den Tierschutz ein Konzept für eine Auffangstation im Land Bremen erstellen zu lassen. Die Beschlussempfehlung soll voraussichtlich Ende August im Landtag debattiert werden. Dabei sollen auch die geeignete Trägerschaft, die staatliche Deputation für Gesundheit, Pflege und Verbraucherschutz sowie der Bremer Tierschutzbeirat einbezogen werden.

Geprüft werden soll außerdem, auf welche Tierarten die künftige Station ausgerichtet werden sollte. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Vögel und kleine Säugetiere. Grundlage sollen die Anforderungen an Unterbringung und Versorgung sowie die begrenzten finanziellen Handlungsmöglichkeiten sein.

Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit Einrichtungen im niedersächsischen Umland vorgesehen. Der Weser Kurier nennt unter anderem Stationen in Rastede und Klosterseelte sowie das Wolfscenter in Dörverden. In Niedersachsen gibt es insgesamt 16 mehr oder weniger spezialisierte Wildtierauffangstationen.

Auch bestehende Strukturen in Bremen sollen einbezogen werden. Gemeint sind die Tierschutzvereine in Bremen und Bremerhaven sowie weitere relevante Akteurinnen und Akteure vor Ort. Der Bremerhavener FDP-Fraktionschef Bernd Freemann hält zudem eine Dependance in Bremerhaven für sinnvoll, weil der Tierschutz dort ebenfalls überlastet sei und Einsatzkräften, etwa der Feuerwehr, lange Wege bis nach Bremen nicht zuzumuten seien.

„Einsatzkräften, etwa der Feuerwehr, wäre es nicht zuzumuten, bis nach Bremen zu fahren“, sagte Bernd Freemann laut Weser Kurier.

Infobox: Bremen plant ein Konzept für eine Wildtierauffangstation. Geprüft werden sollen Trägerschaft, Tierarten, bestehende Strukturen und Kooperationen mit Niedersachsen; außerdem steht eine Dependance in Bremerhaven im Raum.

Mahnwachen nach dem Fall der Hündin Jette

Nach dem Fall der Hündin Jette haben sich laut hessenschau.de bundesweit Menschen zu Mahnwachen gegen Tierquälerei und für einen stärkeren Tierschutz versammelt. In Hessen fanden Veranstaltungen unter anderem in Kassel, Fulda, Marburg und Birkenau im Odenwald statt.

In Kassel kamen nach Angaben eines Polizeisprechers rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer zweistündigen Mahnwache auf dem Königsplatz. Während der Veranstaltung gab es eine Schweigeminute für misshandelte Tiere. Organisiert wurde die Mahnwache von mehreren Privatpersonen.

In Fulda gingen nach Polizeiangaben rund 40 Menschen auf die Straße. Hintergrund der Veranstaltungen ist der Fall der Hündin Jette, die nach den Angaben von hessenschau.de von ihren Besitzern bis zum Tod gequält worden sein soll.

Der Deutsche Tierschutzbund forderte im Zusammenhang mit dem Fall, bestehende Tierschutzgesetze konsequenter durchzusetzen oder zu verschärfen. Die Meldung wurde von hessenschau.de am 25.07.26 um 14:36 Uhr veröffentlicht.

Infobox: Die Mahnwachen richteten sich gegen Tierquälerei und für besseren Tierschutz. In Kassel nahmen rund 80 Menschen teil, in Fulda waren es nach Polizeiangaben rund 40.

Sachsens Tierheime kämpfen mit Katzen, Hunden und kranken Tieren

Zu viel Katzennachwuchs, verhaltensauffällige Hunde und kranke Tiere belasten Sachsens Tierheime. Das berichten STERN.de und DIE ZEIT unter Berufung auf Aussagen von Michael Sperlich, dem Chef des Landestierschutzverbandes Sachsen.

Während der Sommerferien gab es in diesem Jahr demnach weniger Probleme mit ausgesetzten Tieren. Die grundlegenden Belastungen bestünden jedoch das ganze Jahr über. Eine Ausnahme seien Katzenwelpen, mit denen die Tierheime inzwischen vom Frühsommer bis zur Weihnachtszeit beschäftigt seien.

„Ausgenommen die Katzenwelpen, welche uns inzwischen vom Frühsommer bis zur Weihnachtszeit beschäftigen“, sagte Michael Sperlich laut STERN.de und DIE ZEIT.

Sperlich sieht die sächsische Regierung in der Verantwortung und wirft ihr Untätigkeit bei der Einführung einer Katzenschutzverordnung vor. Eine solche Regelung würde Halter von Freigängerkatzen sachsenweit zur Kastration verpflichten und dadurch die Vermehrung von Straßenkatzen eindämmen.

Die verhaltensauffälligen Hunde führt Sperlich auf fachlich unfähige und überforderte Eigentümer zurück. Zudem würden kranke Tiere häufig in Tierheimen landen, weil viele Besitzer die erheblich gestiegenen Tierarztkosten nicht mehr bezahlen könnten.

Auch das Dresdner Tierheim berichtet von Überlastung. Es müsse viele Tiere zur Zwangspflege aufnehmen, deren Besitzer sich nicht angemessen um sie kümmerten. Unter den Neuankömmlingen seien vor allem Katzen.

Seit Beginn der Sommerferien wurden in Dresden 18 Fundkatzen aufgenommen. Darunter war eine Mutter mit zwei Jungen, die nach Angaben des zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes definitiv ausgesetzt worden sei. Hunde seien in diesem Zeitraum nicht ausgesetzt worden.

Ein Anstieg der ausgesetzten oder abgegebenen Tiere wurde in den Ferien bisher nicht festgestellt. Die Vermittlung laufe allerdings schleppend, weil die Menschen in der Regel zunächst in den Urlaub führen und sich erst danach wieder mit dem Thema Heimtierhaltung beschäftigten. Michael Sperlich bezeichnete dies laut den Berichten als sinnvoll.

BereichAngabe
Fundkatzen in Dresden seit Beginn der Sommerferien18
Zeitraum der besonderen Belastung durch Katzenwelpenvom Frühsommer bis zur Weihnachtszeit
Ausgesetzte Hunde in Dresden seit Beginn der Sommerferienkeine

Infobox: Sachsens Tierheime melden ganzjährige Belastungen durch Katzennachwuchs, auffällige Hunde und kranke Tiere. In Dresden wurden seit Beginn der Sommerferien 18 Fundkatzen aufgenommen; ein Anstieg ausgesetzter oder abgegebener Tiere wurde dort bislang nicht festgestellt.

Streit um die Benennung einer Kaninchenanlage in Kissing

Der Rechtsstreit zwischen der Soko Tierschutz und dem Betreiber einer Kaninchenanlage in Kissing geht vor dem Oberlandesgericht München in die nächste Runde. Im Mittelpunkt steht laut Augsburger Allgemeine die Frage, ob für die Tierrechtsorganisation dieselben Maßstäbe gelten wie für die Presse.

Das Landgericht Augsburg hatte im Februar entschieden, dass die Soko Tierschutz den Betrieb, dessen Leiter und den Ort der Anlage nicht nennen darf. Außerdem wurde der Organisation untersagt, Luftbilder des Betriebs zu zeigen.

Die Richterin begründete dies damit, dass die Soko Tierschutz an presserechtliche Grundsätze der Verdachtsberichterstattung gebunden sei. Dazu gehöre, Informationen sorgfältig zu prüfen, einen Verdacht als solchen zu kennzeichnen und der Gegenseite die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben.

Nach Darstellung der Augsburger Allgemeine beanstandete die Richterin außerdem falsche Aussagen in den Berichten der Soko Tierschutz. Dabei ging es um die Behauptung, der Leiter des Kaninchenbetriebs sei über die Kontrolle des Veterinäramtes informiert worden. Außerdem wurde die Aussage beanstandet, es gebe zur Kaninchenhaltung für medizinische Zwecke Alternativen ohne Leid, die bei Menschen sogar besser funktionierten.

Gegen das Urteil des Landgerichts Augsburg klagte die Soko Tierschutz. Der Betreiber der Kaninchenanlage erwartet, dass das Oberlandesgericht München die Entscheidung bestätigt. Er hoffe außerdem, dass die Organisation das Urteil akzeptiere und ihre Kampagne gegen seine Familie einstelle.

Die Soko Tierschutz hatte mit Aufnahmen aus der Kaninchenanlage für Aufsehen gesorgt. Darauf waren Mitarbeiter zu sehen, die Tiere grob anpackten und zum Teil herumwarfen. Die Organisation wirft dem Landwirt vor, verletzte Kaninchen nicht ausreichend versorgt und Narkosen nicht korrekt überprüft zu haben.

Infobox: Das Oberlandesgericht München befasst sich mit der Frage, ob die Soko Tierschutz die Kaninchenanlage in Kissing nennen und Luftbilder zeigen darf. Das Landgericht Augsburg hatte dies untersagt und die Organisation an Grundsätze der Verdachtsberichterstattung gebunden.

Ermittlungen nach Tierschutz-Einsatz auf einer Schafweide

Im Unterallgäu ermittelt die Polizei nach einem Tierschutz-Einsatz auf einer Schafweide. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, rückten die Polizei und das Unterallgäuer Veterinäramt am Sonntagvormittag aus.

Bei dem Einsatz ging es um ein krankes Schaf. Das Tier wurde eingeschläfert und soll nun untersucht werden. Weitere Einzelheiten zu dem Fall waren in der vorliegenden Meldung nicht enthalten.

Auf den Einsatz aufmerksam gemacht hat der Tierschützer Philipp Hörmann, der maßgeblich den Tierskandal in Bad Grönenbach aufgedeckt hatte. Die Polizei prüft nun gemeinsam mit den zuständigen Behörden die Hintergründe des Geschehens.

Infobox: Nach einem Einsatz von Polizei und Veterinäramt im Unterallgäu wurde ein krankes Schaf eingeschläfert. Die weiteren Umstände werden untersucht.

Quellen:

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Also bei der Wildtierstation in Bremen bin ich echt hin und her gerissen. Einerseits super wichtig, weil die ganzen Ehrenamtlichen ja nicht einfach endlos alles auffangen können, andererseits wird am Ende bestimmt wieder jahrelang nur ein Konzept geschrieben und drei Arbeitskreise gegründet und dann fehlt das Geld. Hoffe wirklich das es diesmal nicht nur heisse Luft ist. Eine kleine Lösung mit Niedersachsen zusammen währe ja auch schon besser als garnichts, aber für Bremerhaven müsste es schon eine eigene Anlaufstelle geben, gerade wenn Feuerwehr oder Polizei ein Tier finden. Die können ja nicht jedesmal quer durchs Bundesland fahren, während irgendwo ein verletzter Igel im Karton sitzt.

Der Fall Jette ist einfach nur traurig und macht mich auch ziemlich sprachlos. Gut das Menschen zu Mahnwachen gehen, auch wenn 80 oder 40 Leute natürlich nicht die Welt sind. Aber viele kleine Gruppen zeigen vielleicht doch, das die Leute sowas nicht mehr einfach hinnehmen wollen. Gesetze gibt es ja eigentlich, nur was nützen die wenn keiner richtig kontrolliert oder Strafen am Ende kaum weh tun. Ich kenne den genauen Fall natürlich nicht und will da auch nichts falsches behaupten, aber ein Tier bis zum Tod zu quälen ist wirklich eine Grenze bei der man sich fragt wie solche Menschen überhaupt noch ruhig schlafen können.

Bei den Tierheimen sieht man mal wieder das Problem nicht erst in den Ferien anfängt. 18 Fundkatzen in Dresden seit Ferienbeginn ist schon ordentlich, vorallem wenn dann noch die ganzen Kitten kommen. Das mit der Kastrationspflicht für Freigänger klingt für mich erstmal logisch, wobei ich keine Ahnung habe wie man das kontrollieren soll und wer das alles bezahlen soll. Trotzdem kann es nicht sein das immer nur die Tierheime hinterher aufräumen müssen, während jeder seine Katze einfach Nachwuchs machen lässt. Bei Hunden ist es ähnlich, viele holen sich ein Tier weil es süß aussieht und merken dann erst später das Erziehung und Zeit dazu gehören. Ein Hund ist halt kein Dekoartikel für Instagram, auch wenn manche Leute sich leider so verhalten.

Die Tierarztkosten sind aber auch wirklich ein großes Problem. Wenn Behandlungen plötzlich mehrere hundert oder tausend Euro kosten, können manche Besitzer das einfach nicht stemmen. Das entschuldigt natürlich nicht jedes Abgeben, aber man sollte vielleicht auch mal über Hilfen oder eine Art Notfallfonds reden, statt nur immer zu sagen die Leute sind unverantwortlich. Sonst landen kranke Tiere im Heim und die Heime können es ebenfalls kaum bezahlen. Irgendwie dreht sich das alles im Kreis. Und das die Vermittlung in den Ferien langsamer läuft ist ja eigentlich verständlich, wobei man sich schon fragt warum Leute überhaupt über ein Tier nachdenken wenn sie direkt danach erstmal weg fahren.

Bei der Kaninchenanlage finde ich den Streit schwierig. Wenn wirklich grobe Bilder existieren, muss sowas aufgeklärt werden, ganz klar. Aber eine Organisation kann deswegen trotzdem nicht einfach alles behaupten und Namen veröffentlichen wie es gerade passt. Verdacht und bewiesene Tatsache sind nunmal zwei verschiedene Sachen, auch wenn viele im Internet den Unterschied nicht mehr kennen. Wenn falsche Angaben gemacht wurden, schadet das am Ende auch anderen Tierschutzvereinen, weil dann alle als unseriös hingestellt werden. Gleichzeitig darf das Urteil aber auch kein Freifahrtsschein für Betriebe sein, damit man sich hinter Formalitäten versteckt. Hoffentlich schaut das Gericht die Aufnahmen und die Haltung wirklich genau an und nicht nur wer welchen Satz falsch gesagt hat.

Das mit dem Schaf im Unterallgäu ist leider noch sehr unklar. Ein krankes Tier einzuschläfern kann richtig gewesen sein, aber ohne weitere Infos kann man als Leser ja kaum beurteilen ob vorher genug getan wurde. Gut das jetzt untersucht wird, auch wenn immer erst was passieren muss bevor genauer hingeschaut wird. Insgesamt zeigen alle Meldungen irgendwie das gleiche: Es gibt viele engagierte Menschen, aber zu wenig Geld, Personal und klare Strukturen. Tiere können nicht selber Beschwerde einlegen, deshalb müsste der Mensch eigentlich umso verlässlicher sein. وای.
Beim Thema Kaninchenanlage finde ich vor allem spannend, wie schwierig die Grenze zwischen Aufklärung und öffentlicher Anprangerung ist. Wenn Aufnahmen wirklich grobe Missstände zeigen, darf das natürlich nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden. Gleichzeitig ist es aber auch nicht hilfreich, wenn mit zugespitzten oder falschen Aussagen gearbeitet wird. Gerade im Tierschutz sollte man sich doch auf die Fakten verlassen können, sonst liefert man denjenigen Argumente, die am liebsten jede Kritik als reine Kampagne abtun würden.

Dass jetzt das Oberlandesgericht prüft, ob für die Soko Tierschutz dieselben Regeln wie für die Presse gelten, finde ich grundsätzlich richtig. Organisationen haben durch ihre Veröffentlichungen schließlich eine enorme Wirkung. Wenn ein Betrieb mit Namen und Bildern öffentlich genannt wird, kann das für die Betroffenen existenzbedrohend sein. Dann muss schon sauber belegt sein, was behauptet wird, und die Gegenseite sollte zumindest die Möglichkeit bekommen, sich zu äußern. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass Tierschutzvereine erst schweigen müssen, bis irgendwann alle Behörden perfekt gearbeitet haben. Manchmal werden solche Zustände ja gerade deshalb bekannt, weil Aktivisten genauer hinschauen.

Am Ende sollte es nicht darum gehen, wer die bessere Öffentlichkeitsarbeit macht, sondern ob die Tiere ordentlich gehalten und behandelt wurden. Falls die Aufnahmen den Eindruck bestätigen, dass verletzte Kaninchen nicht ausreichend versorgt oder Narkosen nicht richtig kontrolliert wurden, wäre das ein sehr ernster Vorwurf. Falls einzelne Aussagen der Soko falsch waren, muss das ebenfalls klar benannt werden. Beides kann gleichzeitig stimmen: Die Zustände können problematisch gewesen sein und die Berichterstattung trotzdem rechtliche Fehler enthalten haben. Diese Differenzierung fehlt mir in vielen Diskussionen im Internet, da wird sofort nur noch in gut und böse eingeteilt.

Auch beim Schaf im Unterallgäu hoffe ich, dass die Untersuchung wirklich ergebnisoffen läuft. Ein krankes Tier einzuschläfern kann durchaus die richtige und sogar die einzig vertretbare Entscheidung sein, wenn es leidet und keine Aussicht auf Besserung besteht. Trotzdem sollte nachvollziehbar sein, wie es zu dieser Entscheidung kam und ob vorher eine angemessene Versorgung stattgefunden hat. Dass die Informationen bisher so knapp sind, macht eine Bewertung unmöglich. Da sollte man als Leser auch mal vorsichtig sein und nicht sofort aufgrund eines einzelnen Einsatzes ganze Personengruppen verurteilen.

Was mir bei solchen Fällen immer wieder auffällt: Tierschutz hängt sehr stark von einzelnen engagierten Menschen ab. Ohne Hinweise, ehrenamtliche Helfer oder Organisationen würden viele Probleme vermutlich viel später auffallen. Gleichzeitig dürfen Behörden nicht dauerhaft darauf bauen, dass irgendwer privat seine Zeit und Energie opfert. Wenn Polizei und Veterinäramt jetzt gemeinsam ermitteln, ist das erstmal ein gutes Zeichen. Wichtig wäre nur, dass am Ende auch etwas Konkretes herauskommt und der Fall nicht nach ein paar Wochen aus den Nachrichten verschwindet.

Die beiden Meldungen zeigen für mich deshalb nochmal eine andere Seite des Tierschutzes als die üblichen Diskussionen über Tierheime und Fundtiere. Es geht nicht nur darum, Tiere aufzunehmen, sondern auch darum, Missstände sauber zu dokumentieren, Verantwortung zu klären und Behörden zum Handeln zu bringen. Das ist deutlich mühsamer, als schnell ein schockierendes Bild zu teilen. Gerade deswegen sollte man sich bei Vorwürfen die nötige Sorgfalt leisten. Sonst schadet man nicht nur dem eigenen Anliegen, sondern möglicherweise auch den Tieren, um die es eigentlich gehen sollte.
Bei der Kaninchenanlage bin ich unsicher, irgendwo muss ja zwischen aufklären und öffentlichem anprangern unterschieden werden. Wenn die Aufnahmen wirklich so schlimm sind, darf das aber auch nicht an ein paar falschen formulierungen scheitern, sonst denkt am ende jeder nur noch an presse-recht statt an die tiere.

Zusammenfassung des Artikels

Bremen plant ein Konzept für eine Wildtierauffangstation, während Mahnwachen, überlastete Tierheime und ein Rechtsstreit um eine Kaninchenanlage den Tierschutz prägen.

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