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Fledermäuse in Thüringen: 22 Arten nachgewiesen, Bestand weiterhin unklar
In Thüringen leben zahlreiche unterschiedliche Fledermausarten. Wie Martin Biedermann von der Stiftung Fledermaus erklärte, wurden im Freistaat 22 Arten nachgewiesen; die Große Hufeisennase gilt dort jedoch seit Jahrzehnten als ausgestorben.
Anlässlich der Internationalen Fledermausnacht „Batnight“ wird an diesem Wochenende in mehr als 35 Ländern auf die bedrohten Tiere aufmerksam gemacht. Auch in Thüringen finden Veranstaltungen statt, unter anderem in Jena und Bad Liebenstein an der Altensteiner Höhle.
Wie viele Fledermäuse insgesamt in Thüringen leben, ist laut dem Bericht nicht genau bekannt. Im Auftrag des Landesumweltamts werden Quartiere kontinuierlich kontrolliert und Langzeiterhebungen zur Bestandsüberwachung durchgeführt. Gleichzeitig gebe es eine hohe Dunkelziffer unbekannter Quartiere.
Die Tiere leben nicht nur in Wäldern, sondern auch in Kirchen und Privathäusern zwischen Mauerwerk und Gebälk sowie in Bergwerksstollen und Felsspalten. Die einzelnen Arten lassen sich unter anderem anhand ihrer Größe, Ohrenform und Fellfärbung unterscheiden; zusätzlich können Ultraschallrufe mit sogenannten „Bat-Detektoren“ aufgezeichnet und analysiert werden.
Findet jemand eine Fledermaus auf dem Boden, sollte sie laut Biedermann nicht einfach angefasst werden. Das Wildtier könne behutsam mit einem Tuch oder Handschuh in einen kleinen, mit Stoff ausgelegten Karton gelegt werden; anschließend sollten Naturschutzbehörden informiert werden. In seltenen Fällen könnten Fledermäuse tollwütig sein.
Mit Ausnahme einer Art stehen laut dem Experten alle anderen Fledermausarten Thüringens auf der Roten Liste und gelten als „gefährdet“ bis hin zu „vom Aussterben bedroht“. Als Ursachen werden unter anderem starke klimatische Schwankungen, etwa von Hitzeperioden bis zu Kälteeinbrüchen, sowie der teilweise zunehmende Rückgang der Insekten als Hauptnahrungsmittel genannt.
„Langfristig machen wir uns schon Sorgen, dass der Klimawandel eben auch die Fledermäuse in die Mangel nimmt“, sagte der Biologe Martin Biedermann.
Infobox: In Thüringen wurden 22 Fledermausarten nachgewiesen. Die Bestandszahl ist nicht genau bekannt, während zahlreiche Quartiere kontrolliert und Langzeiterhebungen durchgeführt werden.
Quelle: DIE ZEIT, Meldung der Deutschen Presse-Agentur
EU-Käfigverbot für Legehennen: Studie verschärft Streit zwischen Tierschutz und Ökologie
Das geplante Verbot angereicherter Käfige für Legehennen in der EU sorgt weiter für Diskussionen. In der Schweiz könnte zugleich eine Initiative regelmäßige Freilandaufenthalte für alle Nutztiere verlangen.
Einzelkäfige für Hennen wurden in der Schweiz bereits 1992 und in der EU 2012 verboten. Nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung leben in der EU jedoch rund 40 Prozent aller Legehennen weiterhin in angereicherten Käfigen. Dort stehen den Tieren zwar Sitzstangen, ein Nest zum Eierlegen und eine kleine Kratzmatte zur Verfügung, typische Verhaltensweisen wie Sandbaden, Flügelschlagen oder Scharren können sie jedoch nicht ausleben.
EU-Parlament und EU-Kommission wollen die Käfighaltung für alle Nutztiere verbieten. Bis Ende Jahr soll ein Verbot für angereicherte Käfige für Legehennen erarbeitet werden. Österreich oder Deutschland haben ein solches Verbot bereits erlassen, während Landwirtschaftsverbände in mehreren Ländern aus Kostengründen Widerstand leisten.
Eine Studie von Forschern aus Oxford und Padua stellt das zentrale Argument für ein Käfigverbot infrage. Analysen verschiedener Haltungsformen in Grossbritannien hätten ergeben, dass die Sterblichkeit in Freiland- und Bodenhaltung höher sei als in Käfighaltung. Die Autoren betrachten die Mortalität als wichtigen Indikator für das Tierwohl und erklären, dass wegen der höheren Sterblichkeit bei Auslaufhaltung insgesamt mehr Tiere verbraucht würden.
Mehrere Wissenschaftlerinnen kritisieren die Untersuchung. Sabine Gebhardt von der Universität Bern bezeichnet die Daten als veraltet und nicht auf Länder wie die Schweiz übertragbar. Die Daten stammen aus den Jahren 2009 und 2010; einer der Autoren erklärte, dass in den vergangenen Jahren keine umfangreichen Datensammlungen gefunden worden seien.
„Die neue Studie hat einen grossen Fehler, sie basiert auf veralteten Daten, die sich zudem nicht auf andere Länder wie die Schweiz übertragen lassen“, sagte Sabine Gebhardt.
Nach Darstellung der Expertinnen kann die Umstellung auf andere Haltungsformen zunächst zu einer höheren Sterblichkeit führen, weil den Betrieben Erfahrung und Know-how fehlen. Eine Untersuchung eines spanisch-brasilianischen Forscherteams beobachtete 176 Millionen Tiere in mehr als 6000 Herden in 16 Ländern ab dem Jahr 2000. Zu Beginn war die Sterblichkeit bei Herden mit Auslauf höher als bei Käfighennen; 2019 starben in den tiergerechten Haltungsformen im Durchschnitt jedoch nicht mehr Hennen als in der Käfighaltung.
Als Risiken der Freilandhaltung werden Parasiten, andere Krankheitserreger und Greifvögel genannt. Die Außenbereiche müssten Verstecke bieten, damit der Stress durch Fressfeinde nicht zu groß werde. Außerdem könnten Hennen ihre Artgenossinnen picken und erhebliche Wunden zufügen; bei Fehlverhalten oder Kannibalismus könnten sogar mehr Tiere betroffen sein als in Käfighaltung.
Bei den ökologischen Folgen schnitt die Auslaufhaltung in der analysierten Untersuchung am schlechtesten ab. Hennen mit Auslauf produzierten mehr klimaschädliche Gase, es gelangten mehr Nährstoffe aus Ausscheidungen in die Umwelt und sie benötigten mehr Land als Hennen in Käfigen.
| Aspekt | Angaben aus dem Bericht |
|---|---|
| Verbot von Einzelkäfigen in der Schweiz | 1992 |
| Verbot von Einzelkäfigen in der EU | 2012 |
| Legehennen in angereicherten Käfigen in der EU | rund 40 Prozent |
| Datenzeitraum der kritisierten Studie | 2009 und 2010 |
| Beobachtete Tiere in der Vergleichsuntersuchung | 176 Millionen |
| Beobachtete Herden und Länder | mehr als 6000 Herden in 16 Ländern |
Als möglicher Ansatz zur Verringerung der ökologischen Folgen wird ein geringerer Eierkonsum genannt. Der Eierkonsum hat laut Bericht in der Schweiz, in Deutschland und weltweit in den vergangenen Jahren stark zugenommen, unter anderem wegen verarbeiteter Lebensmittel mit Eiprodukten sowie häufigerem Essen außer Haus. Eine Trendumkehr sei nicht in Sicht.
Die Wissenschaftler aus Oxford und Padua fordern, vor einer weltweiten Umstellung aller Legehennen auf Freilandhaltung die negativen ökologischen Auswirkungen zu verringern. Erforscht wird unter anderem, ob ein Teil des Futters durch Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung oder getrocknete Algen ersetzt werden kann. Auch die Übergänge zwischen Innen- und Außenbereich sollen umgestaltet werden, weil dort die Einstreu besonders feucht werde und klimaschädliches Ammoniak entstehe.
Infobox: Die Debatte verbindet Fragen des Tierwohls mit ökologischen Folgen. Während Käfighaltung aus Tierschutzgründen als inakzeptabel beschrieben wird, weist der Bericht zugleich auf höhere Risiken und Umweltbelastungen bei der Auslaufhaltung hin.
Quelle: Neue Zürcher Zeitung
„Vegan Bullerbyn“: Familie in Mittelfranken verbindet Tierschutz und Lebensweise
Die ARD Mediathek kündigt im „Ländermagazin“ einen Beitrag über die Familie Ritzinger im mittelfränkischen Herrieden bei Ansbach an. Dort hat die Familie ein kreatives, unkonventionelles und buntes Paradies für Menschen und Tiere geschaffen.
Der Titel „Vegan Bullerbyn“ nimmt Bezug auf Astrid Lindgren, Zimtschnecken und Schweden, verortet das beschriebene Lebensumfeld jedoch in Mittelfranken. Aktiver Tierschutz wird bei Familie Ritzinger laut Vorschau nicht als hippe Freizeitbeschäftigung, sondern als echte Lebenseinstellung verstanden.
Infobox: Im Mittelpunkt der Sendung steht ein buntes Zusammenleben von Menschen und Tieren in Herrieden bei Ansbach sowie die Verbindung von veganer Lebensweise und aktivem Tierschutz.
Quelle: ARD Mediathek
Jibla: 18 Einwohner in 20-tägigem Kurs zu Tiergesundheit und Tierschutz geschult
Im Distrikt Jibla im Gouvernement Ibb wurde ein spezialisierter Fortbildungskurs zu Tiergesundheit und Tierschutz abgeschlossen. Organisiert wurde die Schulung von der lokalen Verwaltung, der Mobilisierungseinheit, der Bunyan-Entwicklungsstiftung und der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Jibla mit Unterstützung der Projektfinanzierungseinheit des Gouvernements.
Der Kurs dauerte 20 Tage und richtete sich an 18 Einwohner des Distrikts. Im Rahmen des Tiergesundheitsprogramms wurden sie in Veterinärmedizin sowie in der Prävention der Ausbreitung von Seuchen und Infektionskrankheiten bei Nutztieren geschult.
Auf dem Programm standen theoretische und praktische Inhalte. Die Teilnehmer lernten Methoden der Krankheitsdiagnose, artgerechte Tierernährung, die Lagerung und Anwendung von Impfstoffen, Arbeitsschutzrichtlinien sowie den richtigen Umgang mit Tierarzneimitteln. Außerdem unternahmen sie praktische Exkursionen zu Weideflächen in verschiedenen Gebieten des Distrikts.
Zum Abschluss hob der Bezirksdirektor Sultan Al-Shajaa die Bedeutung spezialisierter Schulungsprogramme für die Entwicklung des Agrar- und Viehzuchtsektors hervor. Die Fortbildungen sollten die Qualifikationen des lokalen Personals verbessern, damit dieses Landwirte und Viehzüchter im gesamten Bezirk unterstützen könne.
Al-Shajaa bezeichnete die Viehhaltung als grundlegende Säule der Ernährungssicherheit und des wirtschaftlichen Wohlergehens ländlicher Familien. Zudem würdigte er die beteiligten Organisationen und erklärte, die Programme stärkten die Kompetenzen junger Menschen und vermittelten berufliche Fähigkeiten, die der Gemeinschaft zugutekommen.
Dr. Mohammed Al-Qadri, Direktor der Abteilung für die Finanzierung landwirtschaftlicher Projekte im Gouvernement, ordnete den Kurs in die Programme und Initiativen der Stiftung zur Förderung von Landwirtschaft und Viehzucht ein. Ziel sei es, das veterinärmedizinische Bewusstsein in ländlichen Gebieten zu stärken, Krankheiten zu reduzieren und die Qualität der Tierproduktion zu verbessern.
Die Stiftung wolle ihre Aus- und Weiterbildungsprogramme in verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft und Entwicklung ausweiten. Dadurch sollten die Bedürfnisse ländlicher Gemeinden berücksichtigt und qualifizierte lokale Mitarbeiter mit wichtigen Kenntnissen in Veterinärmedizin und Tierhaltung ausgebildet werden.
An der Abschlusszeremonie nahmen unter anderem der Mobilisierungsbeauftragte der Direktion, Alaa Al-Sada, der Präsident des Jabal-Verbandes, Sadiq Al-Muradi, der Leiter der Genossenschaftsunion, Amjad Baydan, sowie Vertreter der Bunyan-Stiftung und weiterer Organisationen teil. Den Absolventen wurden ihre Zertifikate überreicht.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Dauer des Kurses | 20 Tage |
| Teilnehmer | 18 Einwohner |
| Ort | Distrikt Jibla, Gouvernement Ibb |
Infobox: Der Fortbildungskurs vermittelte 18 Einwohnern über 20 Tage Kenntnisse zu Veterinärmedizin, Tierernährung, Impfstoffen, Tierarzneimitteln und Seuchenprävention.
Quelle: وكالة سبأ
Chile: Gesetzentwurf soll Elektrohalsbänder für Haustiere verbieten
In Chile hat der Abgeordnete Jaime Bassa von der FA das sogenannte „Ley Corso“ vorgestellt. Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, Elektrohalsbänder bei Hunden und anderen Haustieren zu verbieten.
Die Geräte werden hauptsächlich für das Training verwendet und erzeugen Stromschläge, die nach Darstellung des Berichts Schmerzen und Stress bei den Tieren verursachen. Der Entwurf soll dem Gesetz Nr. 21.020 über die verantwortungsvolle Haltung von Haustieren und Haustieren einen Artikel 11 bis hinzufügen.
Dieser Artikel soll festlegen, dass keine Halsbänder oder anderen Geräte verwendet werden dürfen, die elektrische Schläge abgeben. Das Verbot soll unabhängig davon gelten, auf welche Weise die Geräte aktiviert werden.
Vorgesehen sind gestaffelte Sanktionen. Für die Nutzung sollen Geldstrafen von 5 bis 20 UTM gelten; wer die Geräte herstellt, importiert, vertreibt, vermarktet oder bewirbt, soll mit 20 bis 40 UTM bestraft werden. Die Geldstrafen sollen auch für professionelle Trainingsaktivitäten gelten.
| Verstoß | Vorgesehene Sanktion |
|---|---|
| Verwendung von Elektrohalsbändern | 5 bis 20 UTM |
| Herstellung, Import, Vertrieb, Vermarktung oder Bewerbung | 20 bis 40 UTM |
Mit den Maßnahmen sollen sowohl die Nutzung als auch der Handel mit den Geräten entmutigt werden. Zugleich soll die Verbreitung respektvollerer Trainingsmethoden gefördert werden, die auf Verstärkung und Zuneigung basieren.
„Misshandlung kann kein Trainingselement sein, das unseren Haustieren Schmerzen zufügt. Es ist an der Zeit, sich des Respekts bewusst zu werden, den wir den Tieren schulden, die uns im Leben begleiten“, sagte Jaime Bassa.
„Wir sprechen von einer Gesellschaft, die im Tierschutz Fortschritte gemacht hat. Der Einsatz von elektronischen Halsbändern, der die Tiere schwer beeinträchtigt, kann in unserem Land nicht erlaubt werden“, erklärte Irací Hasseler.
„Es ist nicht notwendig, Gewalt anzuwenden oder ein Tier zu misshandeln, um es zu gewöhnen. Es gibt andere Mechanismen, die auf Zuneigung und Begleitung zwischen Menschen und Tieren basieren“, sagte José Antonio Rivas.
Die Initiative ist Teil eines umfassenderen Prozesses zur Stärkung des chilenischen Tierschutzrechts. Das Gesetz Nr. 21.020 regelt bereits die verantwortungsvolle Haltung von Haustieren; außerdem wurden Kampagnen gegen Aussetzung und Misshandlung gefördert.
Nach Darstellung des Berichts soll das Verbot die Tierschutzstandards verbessern, positive Trainingsmethoden fördern, das Bewusstsein für die physische und emotionale Integrität von Haustieren stärken und die Präsenz schädlicher Geräte auf dem chilenischen Markt reduzieren. In mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland und Österreich, sind Elektrohalsbänder bereits verboten.
Das Vorhaben wird als Ausdruck eines kulturellen Wandels hin zu respektvolleren und gewaltfreien Trainingspraktiken beschrieben. Der Gesetzentwurf verfügt laut „Noticias Ambientales“ über parteiübergreifende parlamentarische Unterstützung.
Infobox: Das „Ley Corso“ soll die Verwendung von Elektrohalsbändern unabhängig von ihrer Aktivierungsform untersagen. Vorgesehen sind 5 bis 20 UTM für die Nutzung sowie 20 bis 40 UTM für Herstellung, Import, Vertrieb, Vermarktung oder Bewerbung.
Quelle: Noticias Ambientales
Quellen:
- Chula, unkompliziert, freundlich, offen (Herne) - Mischlingshündin bis 50cm (Tierschutz)
- Tierschutz: Bedrohte Tiere - wie es um Fledermäuse in Thüringen steht
- EU plant Käfigverbot für Legehennen: Umstrittene Studie schürt Debatte
- Vorschau: Ländermagazin • Vegan Bullerbyn: Tierschutz als Lebenseinstellung
- Tiergesundheits- und Tierschutz-Fortbildungskurs in Jibla, Gouvernement Ibb, abgeschlossen
- Chile macht Fortschritte im Tierschutz: Gesetzentwurf will Elektrohalsbänder bei Haustieren verbieten




















