Protest in Brandenburg vor Geflügelschlachthof - Tierschützer werfen Behörden Untätigkeit vor

Protest in Brandenburg vor Geflügelschlachthof - Tierschützer werfen Behörden Untätigkeit vor

Autor: Tierische Freude Redaktion

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Kategorie: Presseberichte

Zusammenfassung: Animal Rights Watch e.V. protestiert gegen den Geflügelschlachthof „Dithmarscher Geflügel“ wegen grausamer Tierschutzverletzungen und fordert dessen Schließung sowie ein Umdenken im Handel. Die Organisationen kritisieren die Untätigkeit der Behörden und plädieren für eine vegane Lebensweise zur Vermeidung von Tierleid.

Seddiner See (Brandenburg), 29.03.2026. Animal Rights Watch e.V. protestiert heute mit 60 Menschen vor dem Geflügelschlachthof „Dithmarscher Geflügel“ in Seddiner See. Anlass sind Schockbilder aus dem Schlachthof, die ANINOVA e.V. im Dezember 2025 aus diesem Betrieb veröffentlicht hatte, sowie eine Aufdeckung von Animal Rights Watch e.V. aus einem Enten-Zulieferbetrieb dieses Schlachthofs im Februar 2026. Beide Vereine fordern die Schließung der Betriebe.

Das Bildmaterial von ANINOVA e.V. aus dem Schlachthof zeigt, wie Enten und Gänse geschlagen, gewürgt und grob an Kopf und Hals gerissen werden. Mehrere Supermarktketten, darunter EDEKA, Kaufland und REWE, hatten ihre Zusammenarbeit mit dem Schlachthof nach Bekanntwerden der Vorwürfe vorübergehend ausgesetzt.

„Es reicht nicht, die Zusammenarbeit vorübergehend auszusetzen. Supermärkte müssen jetzt konsequent handeln und sich dauerhaft von einem Schlachthof trennen, in dem gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird. Die Verantwortung liegt nicht nur bei einzelnen Mitarbeitenden – auch die Geschäftsführung kann sich hier nicht herausreden. Wer solche Zustände ermöglicht, trägt Verantwortung und muss zur Rechenschaft gezogen werden“, sagt Jan Pfeifer von ANINOVA e.V.

Animal Rights Watch e.V. liegt zum zweiten Mal Bildmaterial aus einem Entenmast-Zulieferbetrieb dieses Schlachthofs vor. Bereits 2023 wurden hier von der Organisation Aufnahmen veröffentlicht, die zeigen, wie Enten getreten, geschleudert und lebendig als Treibhilfe genutzt wurden. Jetzt, mehr als zwei Jahre später, liegt der Organisation ähnliches Material vor. Wieder werden die Enten beim Verladen zum Schlachthof getreten und geworfen.

„Diese Vorfälle in dem Betrieb sind kein Einzelfall, sondern zeigen eine systematische Wiederholung. Trotz unserer Anzeige haben die Behörden nach den gemeldeten Vorfällen nicht reagiert. Der Betrieb durfte weitermachen, und die Tiere wurden – wie sich jetzt zeigt – weiter misshandelt. Wie viele Beweise braucht es noch, bis die Behörden einschreiten? Es zeigt sich wieder einmal, dass die Veterinärämter wegschauen, wenn Menschen Tiere quälen,“ sagt Anna Schubert von Animal Rights Watch e.V.

Die beteiligten Organisationen fordern die dauerhafte Beendigung der Geschäftsbeziehungen durch den Handel sowie die Schließung sowohl des Schlachthofs in Seddiner See als auch des betroffenen Entenmastbetriebs. Gleichzeitig soll die Demonstration eine breitere gesellschaftliche Debatte darüber anstoßen, ob die Nutzung von Tieren für wirtschaftliche Zwecke grundsätzlich noch vertretbar ist.

Eine rein pflanzliche, vegane Lebensweise bietet aus Sicht der Organisationen die wirksamste Möglichkeit, Tierleid konsequent zu vermeiden.

Animal Rights Watch e.V. deckt durch investigativen Journalismus die grausamen Zustände in der Tierwirtschaft auf. Mit bundesweit rund 25 Ortsgruppen setzt sich der Verein für das Ende jeglicher Tierausbeutung ein. Durch regelmäßige TV- sowie Print- und Online-Veröffentlichungen macht die Tierrechtsorganisation das Leid und die Unterdrückung von landwirtschaftlich genutzten Tieren sichtbar und fordert durch Aufklärungsarbeit Tierrechte statt Reformen.

Der Fokus von ANINOVA e.V. liegt in den Bereichen Massentierhaltung und Pelz. Die Tierrechtsorganisation zeigt mit Aufdeckungen und Undercover-Recherchen auf, wie sogenannte Nutztiere in Deutschland gehalten werden. Die bundesweit tätige Organisation ist gemeinnützig und beteiligt sich an der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“. Weitere Informationen unter www.aninova.org

Bildquelle: Animal Rights Watch e.V.