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title: Tierschutz unter Druck: Rettungen, Ermittlungen und finanzielle Sorgen bedrohen Tiere
canonical: https://tierischefreude.de/tierschutz-unter-druck-rettungen-ermittlungen-und-finanzielle-sorgen-bedrohen-tiere/
author: Tierische Freude Redaktion
published: 2026-07-31
updated: 2026-07-31
language: de
category: News
description: Der Pressespiegel berichtet über gerettete Hunde, finanzielle Nöte im Tierheim, Ermittlungen gegen Tierhalter und Reformbedarf im Tierschutz.
source: Provimedia GmbH
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# Tierschutz unter Druck: Rettungen, Ermittlungen und finanzielle Sorgen bedrohen Tiere

> **Autor:** Tierische Freude Redaktion | **Veröffentlicht:** 2026-07-31

**Zusammenfassung:** Der Pressespiegel berichtet über gerettete Hunde, finanzielle Nöte im Tierheim, Ermittlungen gegen Tierhalter und Reformbedarf im Tierschutz.

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## Pressespiegel: Tierschutzfälle und wachsende Herausforderungen

## Zwei Hunde aus überhitztem Auto in Passau befreit

Polizeibeamte haben nach Angaben von *STERN.de* zwei Hunde aus einem überhitzten Auto auf einer Rastanlage in Passau gerettet. Die Tiere seien am Mittwochnachmittag aufgefallen und bereits gesundheitlich angeschlagen gewesen.

Die Polizisten schlugen die Seitenscheibe des Wagens ein, versorgten die Hunde mit Wasser und übergaben sie anschließend einem Tierheim. Gegen die 25 und 43 Jahre alten Hundehalter wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.

Die Polizei warnte eindringlich davor, Kinder und Hunde auch nur kurzzeitig in abgestellten Fahrzeugen zu lassen. Bei höheren Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung könnten bereits nach wenigen Minuten Werte von mehr als 40 Grad im Innenraum erreicht werden.

**Infobox:** Zwei Hunde wurden in Passau aus einem überhitzten Auto befreit, mit Wasser versorgt und einem Tierheim übergeben. Gegen die Hundehalter wird ermittelt.

## Tierheim Gardelegen stellt Kastrationsgutscheine ein

Das Tierheim Gardelegen schlägt angesichts steigender Kosten und einer wachsenden Zahl von Tieren Alarm, berichtet die *Volksstimme*. Ab August werden demnach keine Kastrationsgutscheine mehr ausgegeben.

Bereits ausgegebene Gutscheine können laut dem Bericht ebenfalls nicht mehr eingelöst werden. Für Tierheimleiterin Sarah Gränert von Ahnen ist diese Entscheidung ein Zeichen für die insgesamt angespannte finanzielle Lage der Einrichtung.

> „Geld war im Tierheim schon immer Mangelware. Aber wir müssen langsam agieren, sonst sieht es düster aus“,

wird die Tierheimleiterin von der *Volksstimme* zitiert. Ohne zusätzliche Unterstützung drohe langfristig sogar die Schließung des Tierheims.

**Infobox:** Ab August gibt das Tierheim Gardelegen keine Kastrationsgutscheine mehr aus. Die Einrichtung sieht sich wegen steigender Kosten und einer zunehmenden Zahl von Tieren langfristig in ihrer Existenz bedroht.

## Hessische Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin geht in den Ruhestand

Madeleine Martin verlässt nach 34 Jahren ihr Amt als hessische Landestierschutzbeauftragte, berichtet die *Frankfurter Rundschau*. Zum 1. August geht sie in den Ruhestand.

Während ihrer Amtszeit setzte sie sich unter anderem für die Kastration von Freigängerkatzen, ein Verbot der Anbindehaltung von Pferden und Gutachten für Gerichtsverfahren im Sinne des Tierschutzes ein. Ein besonderes Anliegen war außerdem die enge Zusammenarbeit zwischen Veterinärverwaltung, Polizei, Staatsanwaltschaften und Justiz.

> „Gesetze allein schützen keine Tiere – entscheidend ist ihre konsequente Anwendung.“

Martin sieht laut *Frankfurter Rundschau* weiterhin erheblichen Handlungsbedarf bei Tierschutzverfahren. Fachkompetenz und Sensibilität seien bei Gerichtsverfahren zwar stärker ausgeprägt als noch vor 30 Jahren, dennoch fehle es bei Juristinnen und Juristen an Gerichten teilweise an Fachwissen. Dadurch würden gleiche Tatbestände unterschiedlich bewertet; Gutachten seien deshalb essenziell.

Besonders kritisch bewertet Martin die Haltung von Nutztieren. Im Jahresbericht 2025 der Landestierschutzbeauftragten heißt es, dass 98 Prozent der Schweine in Deutschland trotz eines EU-Verbotes die Schwänze kupiert würden.

| Thema | Angabe aus der Quelle | 

| Amtszeit | 34 Jahre | 

| Ruhestand | Zum 1. August | 

| Schweine mit kupierten Schwänzen | 98 Prozent | 

| Mobile Schlachteinheiten in Hessen | 34 | 

Als Alternativen zum Kupieren nennt der Bericht artgemäßes Futter, eine ausreichende Wasserversorgung, ein gutes Stallklima und genügend Beschäftigung. Für eine Schweinehaltung mit Langschwanz seien jedoch gezielte Fördermaßnahmen erforderlich.

Martin unterstützte außerdem die teilmobile Schlachtung und ein Pilotprojekt zum Kugelschuss bei saisonaler Weidehaltung im Landkreis Gießen. Hofnahe Schlachtungen könnten den Tieren belastende Transporte ersparen; kritische Zwischenfälle seien beim Kugelschuss und bei der hofnahen Schlachtung deutlich seltener als im Schlachthof.

Für ihre Nachfolge wünscht sich Martin hohe fachliche Kompetenz, persönliche Unabhängigkeit und großes Engagement für die Tiere. Missstände müssten offen angesprochen werden, auch gegen Widerstände.

**Infobox:** Madeleine Martin geht nach 34 Jahren als hessische Landestierschutzbeauftragte zum 1. August in den Ruhestand. Ihr Jahresbericht nennt 98 Prozent der Schweine in Deutschland mit kupierten Schwänzen trotz eines EU-Verbotes.

## Ermittlungen nach Einsatz auf Schafweide im Unterallgäu

Im Unterallgäu rückten Polizei und Veterinäramt nach einem Hinweis von Tierschützern auf eine Schafweide aus, berichtet die *Augsburger Allgemeine*. Ein krankes Schaf wurde noch vor Ort getötet und anschließend untersucht.

Der Tierschützer Philipp Hörmann, der maßgeblich den Tierskandal in Bad Grönenbach aufgedeckt hatte, hatte den Einsatz vermeldet. Die Ursache für den Zustand des Tieres ist laut Bericht Gegenstand der Untersuchung.

**Infobox:** Polizei und Unterallgäuer Veterinäramt waren wegen eines kranken Schafs im Einsatz. Das Tier wurde vor Ort getötet und der Fall wird untersucht.

## Strafanzeige nach Tod eines Mutterschafs

In einem weiteren Bericht schildert die *Augsburger Allgemeine* den Fall eines Mutterschafs mit einer auffälligen Schwellung zwischen den Hinterbeinen. Tierschützer vom „Team Hörmann“ hatten das Veterinäramt alarmiert, woraufhin das Tier wegen seines offenbar sehr schlechten Zustands noch vor Ort getötet wurde.

Nach Angaben der Zeitung veröffentlichten die Tierschützer Fotos, auf denen ein praller, euterähnlicher Ballon zu sehen sei, der bis zum Boden reiche. Die Ursache dafür werde aktuell untersucht.

Die Tierschützer erstatteten Strafanzeige. Außerdem wurde bekannt, dass das Unterallgäuer Veterinäramt nicht zum ersten Mal bei dem Schafhalter vor Ort gewesen sei.

**Infobox:** Nach dem Tod eines schwer erkrankten Mutterschafs haben Tierschützer Strafanzeige gestellt. Die Ursache der auffälligen Schwellung und die Vorgeschichte des Falls werden untersucht.

## Kommentar der Frankfurter Rundschau: Tierschutz darf nicht nachlassen

In einem Kommentar fordert die *Frankfurter Rundschau*, den Tierschutz in Hessen nicht ins Hintertreffen geraten zu lassen. Anlass ist der Ruhestand der Landestierschutzbeauftragten Madeleine Martin und die notwendige Neubesetzung der Stelle.

Als besonders brisant bewertet der Kommentar, dass das Kupieren von Schweineschwänzen trotz eines EU-Verbotes weiterhin beinahe flächendeckend praktiziert werde. Die Zeitung verweist dabei auf die Darstellung, wonach Ferkeln die Schwänze mit einem heißen Brenneisen und ohne Betäubung kupiert würden.

Nach Einschätzung der *Frankfurter Rundschau* kann artgerechte Tierhaltung dazu beitragen, Stress und Schwanzbeißen bei Schweinen zu vermeiden. Dafür brauche es jedoch politischen Willen und entsprechende Fördermittel.

> „Tiere haben keine starke Lobby. Sie darf nicht zusätzlich geschwächt werden.“

Die Zeitung appelliert an das Land, die Stelle der Tierschutzbeauftragten tatsächlich nachzubesetzen. Die Nachfolge müsse ebenso engagiert sein und bestehende Missstände klar benennen.

**Infobox:** Die *Frankfurter Rundschau* fordert eine schnelle und engagierte Neubesetzung der hessischen Stelle. Der Kommentar stellt die weiterhin verbreitete Praxis des Schwanzkupierens bei Schweinen trotz eines EU-Verbotes in den Mittelpunkt.

Quellen:
- [Tierschutz: Zwei Hunde bei Hitze aus Auto befreit](https://www.stern.de/gesellschaft/regional/bayern/tierschutz--zwei-hunde-bei-hitze-aus-auto-befreit-38035234.html)
- [Tierschutz: Tierheim Gardelegen schlägt Alarm: „Dann müssen wir früher oder später schließen“](https://www.volksstimme.de/lokal/gardelegen/tierheim-gardelegen-schlagt-alarm-dann-mussen-wir-fruher-oder-spater-schliessen-4293756)
- [Landesbeauftragte geht in Ruhestand](https://www.fr.de/hessen/landestierschutzbeauftragte-geht-in-ruhestand-98-prozent-der-schweine-leiden-trotz-verbot-94422066.html)
- [Polizei ermittelt nach Tierschutz-Einsatz: Krankes Schaf wird getötet und nun untersucht](https://www.augsburger-allgemeine.de/mindelheim/polizei-ermittelt-nach-tierschutz-einsatz-auf-schafweide-im-unterallgaeu-12-114810968)
- [Nicht nachlassen beim Tierschutz](https://www.fr.de/politik/tierschutzbeauftragte-in-hessen-nachfolge-muss-besetzt-werden-94422072.html)
- [Mutterschaf mit grotesker Schwellung musste getötet werden: Tierschützer erstatten Strafanzeige](https://www.augsburger-allgemeine.de/mindelheim/mutterschaf-mit-grotesker-schwellung-tierschuetzer-stellen-strafanzeige-im-unterallgaeu-1-114885341)

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*Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht auf [tierischefreude.de](https://tierischefreude.de/tierschutz-unter-druck-rettungen-ermittlungen-und-finanzielle-sorgen-bedrohen-tiere/)*
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