Tierische Nachrichten: Hitzeschutz, Register, Ermittlungen und Oktopus-Farm

Autor: Tierische Freude Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Artikel behandelt Hitzeschutz für Haustiere, eine Petition für ein bundesweites Tierhaltungsverbotsregister, die Vermittlung von Tierschutzhund Findus sowie eingestellte Ermittlungen gegen Soko Tierschutz.

Hitzeschutz für Hunde und Katzen: Gefahren im Sommer

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet aus Zeitz über den Schutz von Haustieren an heißen Sommertagen. Hunde sollten demnach auch nicht für fünf Minuten allein im Auto bleiben, während Spaziergänge in der Mittagshitze vermieden werden sollten.

Der Beitrag weist darauf hin, dass diese Empfehlungen jedes Jahr wiederholt werden und es trotzdem auch in Zeitz immer wieder zu entsprechenden Situationen kommt. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl die Gefahr eines überhitzten Autos als auch mögliche Verletzungen an den Pfoten durch heiße Oberflächen.

Infobox: Hunde bei Hitze nicht im Auto lassen und nicht mittags spazieren führen. Die Quelle ist die Mitteldeutsche Zeitung.

Petition fordert bundesweites Register für Tierhaltungsverbote

Auf openPetition.de wird eine Petition für eine „Tierschutz Sünderkartei für Tierquäler“ geführt. Die Forderung richtet sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags und zielt auf ein bundesweites, behördenübergreifendes Zentralregister für Tierhaltungsverbote und Tierschutzdelikte.

Nach dem Petitionstext soll ein Bundes-Tierhaltungsverbotsregister als zentrale digitale Datenbank eingerichtet und durch eine Bundesoberbehörde analog zum Bundeszentralregister geführt werden. Erfasst werden sollen behördliche Anordnungen nach § 16a TierSchG, gerichtliche Verbote nach § 20 TierSchG, rechtskräftige Verurteilungen wegen Tierquälerei nach § 17 TierSchG sowie schwere Ordnungswidrigkeiten nach § 18 TierSchG.

Gefordert wird außerdem, dass Veterinärämter, Gerichte und Staatsanwaltschaften Daten unverzüglich melden und bei einem Zuzug oder einer Neuanmeldung einer Tierhaltung automatisierte länderübergreifende Abgleiche erfolgen. Tierheimen, anerkannten Tierschutzvereinen und gewerblichen Züchtern soll bei berechtigtem Interesse ein datenschutzkonformes Einsichtsrecht ermöglicht werden.

Die Petition wurde am 07/06/2026 gestartet. Die Sammlung endet am 01/05/2027, als Region ist Germany angegeben, und als Thema Animal rights. Zum Zeitpunkt der Quelle weist die Seite 574 Unterschriften aus.

Unterschriften574
Petition gestartet07/06/2026
Sammlung endet01/05/2027
RegionGermany
ThemaAnimal rights

Als Begründung nennt der Petitionstext ein Informationsdefizit zwischen örtlich zuständigen Behörden. Bei einem Umzug in einen anderen Landkreis oder ein anderes Bundesland könne die Kontrollwirkung eines bestehenden Tierhaltungsverbots verloren gehen, wenn die neue Behörde keine Kenntnis davon erhalte.

Auch Tierheime, gemeinnützige Tierschutzvereine und Züchter stünden bei der Vermittlung vor einer rechtlichen Schutzlücke. Sie hätten derzeit keine Möglichkeit, die Zuverlässigkeit eines Interessenten anhand eines zentralen Registers zu überprüfen.

Infobox: Die Petition fordert ein Bundes-Tierhaltungsverbotsregister, behördenübergreifende Datenmeldungen und ein datenschutzkonformes Einsichtsrecht für bestimmte Einrichtungen. Die Quelle ist openPetition.de.

Findus wird als freundlicher Tierschutz-Rüde vorgestellt

Auf Deine Tierwelt wird der Tierschutz-Rüde Findus unter dem Titel „Fröhlich, freundlich, aufgeschlossen“ vorgestellt. Die Anzeige führt ihn als erwachsenes Tier und weist den Anbieter als Tierschutz mit geprüfter Identität aus.

Die Plattform stellt außerdem Hinweise für den Hundekauf bereit. Interessierte sollen unter anderem darauf achten, ob die Beziehung zwischen Züchter und Tieren vertraut wirkt, ob das Muttertier vor Ort besichtigt werden kann und ob die Tiere einen Schlafplatz sowie Auslauf haben.

Weitere Prüfpunkte betreffen den Gesundheitszustand, Impfungen und Entwurmungen. Bei der Übergabe wird davor gewarnt, Welpen an einer Raststätte aus dem Kofferraum zu kaufen; ein seriöser Züchter werde einen Termin zu Hause vereinbaren.

Infobox: Findus wird als erwachsener, fröhlicher, freundlicher und aufgeschlossener Tierschutz-Rüde angeboten. Die Quelle ist Deine Tierwelt.

Ermittlungen gegen Soko Tierschutz wegen Untreue eingestellt

SZ.de berichtet, dass die Staatsanwaltschaft München I ihr Ermittlungsverfahren gegen die Soko Tierschutz wegen des Verdachts der Untreue eingestellt hat. Der Bayerische Bauernverband hatte im Frühjahr 2026 Anzeige wegen einer vermeintlich nicht ordnungsgemäßen Verwendung von Spendengeldern erstattet.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte, das Verfahren sei knapp vier Wochen nach seinem Bekanntwerden eingestellt worden. Zu den Gründen für die Beendigung des Verfahrens machte die Staatsanwaltschaft keine näheren Angaben.

Nach Angaben des Soko-Tierschutz-Chefs Friedrich Mülln bestätigte das Finanzamt München dem Verein erst kürzlich für die Jahre 2023 bis 2025 die Gemeinnützigkeit. Mülln hatte die Vorwürfe gegen ihn und zwei weitere Vorstandsmitglieder von Beginn an bestritten.

„eine niederträchtige Schmutzkampagne“

Mit dieser Aussage bezeichnete Mülln die Anzeige. Er erklärte außerdem, der Versuch, Menschen durch frei erfundene Vorwürfe zu schädigen, sei „kläglich gescheitert“.

Der Bayerische Bauernverband erklärte laut Quelle, ihm lägen keine offiziellen Informationen und damit kein neuer Sachstand vor. In der Anzeige ging es Medienberichten zufolge um den Kauf eines Wohn- und Geschäftshauses der Soko Tierschutz in Oberbayern und um die Nutzung der Immobilie.

Die Soko Tierschutz ist wegen ihrer verdeckten Recherchen bei Bauernverband und vielen Landwirten umstritten. Nach dem Bericht schleusen Mülln und seine Kollegen unerkannt Mitarbeiter auf Bauernhöfen ein, veröffentlichen später Bilder und zeigen Landwirte sowie Mitarbeiter an.

In den vergangenen Jahren habe die Organisation mehrere Tierschutz-Skandale in der Nutztierhaltung aufgedeckt. Als besonders spektakulär wird der Fall eines Milchviehbetriebs im schwäbischen Bad Grönenbach beschrieben, bei dem die Organisation 2019 und 2024 Aufnahmen von misshandelten Rindern dokumentiert habe.

Infobox: Das Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen die Soko Tierschutz wurde eingestellt; die Gemeinnützigkeit wurde für 2023 bis 2025 bestätigt. Die Quelle ist SZ.de.

Soko Tierschutz kündigt neue Enthüllungen an

Die Augsburger Allgemeine berichtet über die nächste Wendung im Streit zwischen der Soko Tierschutz und dem Bayerischen Bauernverband. Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte demnach, dass die Ermittlungen gegen drei Vorstandsmitglieder wegen des Verdachts der Untreue eingestellt wurden, weil kein hinreichender Tatverdacht bestanden habe.

Vereinsgründer Friedrich Mülln wertete die Einstellung als Erfolg und kündigte neue Enthüllungen an. Er erklärte, die Soko Tierschutz lasse sich in ihrem Ziel, Tierquälerei in Bayerns Ställen und Schlachthöfen zu stoppen, weder einschüchtern noch stoppen.

„Wir lassen uns in unserem Ziel, die Tierquälerei in Bayerns Ställen und Schlachthöfen zu stoppen, weder einschüchtern noch stoppen.“

Im Mittelpunkt des vorausgegangenen Konflikts stand unter anderem ein Kaninchenzuchtbetrieb in Kissing. Ein Mitarbeiter der Soko Tierschutz hatte sich in den Großbetrieb eingeschleust, in dem Tausende Kaninchen gehalten werden.

Die Organisation veröffentlichte Aufnahmen, auf denen ein grober Umgang mit den Kaninchen zu sehen gewesen sei. Das Blut der Tiere werde für medizinische Zwecke genutzt, um Antikörper zu gewinnen und damit Krankheiten zu bekämpfen; das Verfahren gegen den Landwirt sei inzwischen ebenfalls eingestellt worden.

Auch gegen Mülln selbst war ermittelt worden. Zugleich war der Verein in anderer Hinsicht juristisch eingeschränkt: Das Landgericht Augsburg entschied im Februar, dass Mülln den Namen des Betriebs und des Leiters nicht mehr nennen darf; außerdem dürfe die Soko Tierschutz keine Luftbilder des Hofes zeigen.

Ende Juli scheiterte der Verein laut Bericht auch vor dem Oberlandesgericht München. Mülln kündigte seinerseits mögliche rechtliche Schritte gegen den Bauernverband wegen „falscher Verdächtigung beziehungsweise Vortäuschens einer Straftat“ an.

Der Bauernverband bestreitet einen kausalen Zusammenhang zwischen den Aktionen der Soko Tierschutz und der Strafanzeige gegen deren Vorstand. Generalsekretär Carl von Butler bezeichnete die Anzeige als „angemessen“ und „notwendig“; der Verband prüfe eine Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens.

Infobox: Nach der Einstellung der Ermittlungen kündigt die Soko Tierschutz neue Aufdeckungen an, während der Bauernverband eine Beschwerde prüft. Die Quelle ist die Augsburger Allgemeine.

Geplante Oktopus-Farm auf Gran Canaria gestoppt

Watson.de berichtet, dass das spanische Fischereiunternehmen Nueva Pescanova die Pläne für die weltweit erste Oktopus-Farm auf Gran Canaria aufgegeben hat. Die Anlage sollte jährlich rund 3000 Tonnen Oktopusfleisch produzieren.

Die Pläne waren bereits 2021 bekannt geworden. Das Unternehmen wollte mit der Zucht den Druck auf wildlebende Bestände verringern und die steigende Nachfrage nach Oktopusfleisch decken.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit über Umwelt- und Genehmigungsfragen zog Nueva Pescanova die Reißleine. Die geplante Anlage wurde mit 65-Millionen-Euro angegeben; als offizielle Gründe für die Aufgabe nannte das Unternehmen wirtschaftliche und regulatorische Faktoren.

Das Unternehmen schloss laut Bericht nicht ausdrücklich aus, das Vorhaben künftig an einem anderen Standort erneut zu prüfen. Tierschutzorganisationen werteten das Scheitern der Pläne auf Gran Canaria dennoch als Erfolg.

„Damit bleibt Hunderttausenden Kraken ein Leben in Gefangenschaft, enormes Leid und eine grausame Tötung erspart“

In der geplanten Farm hätten nachtaktive Oktopusse, die normalerweise als Einzelgänger leben, Becken mit zahlreichen Artgenossen teilen und dauerhaft künstlichem Licht ausgesetzt sein sollen. Expertinnen und Experten warnten laut Bericht vor erheblichem Stress, Aggressionen und sogar Kannibalismus.

Zusätzliche ethische Bedenken bezogen sich auf die geplante Tötung durch Abkühlung auf -3 Grad. Tierschützer verwiesen dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse zum Schmerzempfinden und zum hohen Bewusstsein der Tiere.

Elena Lara von Compassion in World Farming hofft, dass die Entscheidung Signalwirkung entfaltet. Wenn politische Entscheidungsträger auf Wissenschaft und Bevölkerung hörten und beobachteten, was in anderen Ländern geschehe, müssten keine weiteren Anlagen gebaut werden.

Infobox: Nueva Pescanova gab die Pläne für die mit 65-Millionen-Euro angegebene Oktopus-Farm auf Gran Canaria auf; vorgesehen waren rund 3000 Tonnen Oktopusfleisch pro Jahr. Die Quelle ist Watson.de.

Quellen: